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Tagung der Umweltbeauftragten

Tagungsteilnehmer im Bürgersaal des Alten Rathauses.

Vor Kurzem tagte der „Arbeitskreis der Umweltbeauftragten beim Gemeindetag Baden-Württemberg“ auf Einladung der Wieslocher und Walldorfer Umweltbeauftragten im Rathaus Wiesloch und auf Gemarkung Walldorf.

Herr Oberbürgermeister Dirk Elkemann konnte alle 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Herzlichste im Wieslocher Bürgersaal im Alten Rathaus begrüßen. Er wünschte ihnen einen guten Austausch und eine arbeitsintensive Tagung. Nach einem Hinweis auf die Sehenswürdigkeiten der Weinstadt machte er auf die aktuellen Wieslochthemen im Bereich Umweltschutz aufmerksam. Hier beschäftigt die Große Kreisstadt im Besonderen der Hochwasserschutz. Er wies auch auf das aktuelle städtebauliche Entwicklungskonzept „INSEK 2030+“ hin, bei dem es auch um Innenverdichtung gehe. Ein großes Problem für Wiesloch ist die massive Verkehrsbelastung sowie die damit verbundenen Lärm- und Abgasemissionen. Die sowieso schon stark belasteten Verkehrsverbindungen werden momentan durch vielfältige Bauarbeiten in der Region überstrapaziert. Hier gilt es für die nahe und ferne Zukunft neue Konzepte zu entwickeln. Bei allen Themen die Umweltschutz betreffen, wünschte sich Elkemann von den Beteiligten, „dass wir gemeinsam Kompromisse finden und in der Sache nicht zu dogmatisch, aber mit der nötigen Vehemenz“ Entscheidungen herbeiführen.

Das Programm der Tagung war reichhaltig und straff: Zu Beginn stellte Peter Kolbe, Referent der KLIBA, das Projekt „Climate Fair in Walldorf“ vor. Hierbei werden (unvermeidbare) Individualreisen freiwillig von den Reisenden in Form einer CO2-Abgabe, die entsprechend der Reise berechnet wird, in einen lokalen Bürgerfonds eingezahlt. Die Stiftungsgelder inclusive 5% des Stiftungsvermögens jährlich werden dann in ausgewählte lokale Projekte zur nachhaltigen Stromerzeugung und in lokale Energiesparprojekte investiert. Klaus Brecht, Walldorf, berichtete über die Arbeitsbereiche und Projekte des lokalen Umweltbeauftragten Christina Horny. Die Umweltbeauftragte Monika Stein, Wiesloch, referierte über die enorm vielgestaltigen und spannenden Aufgabenbereiche ihrer Tätigkeit, sei es Biotopvernetzung, Ausgleichsmaßnahmen, Lokale Agenda, Tier- und Artenschutz, Altlasten oder Schwermetallbelastung und vieles mehr. Meinrad Singler, Wiesloch, präsentierte dann beispielhaft das aktuelle Thema „Hochwasserschutz“ mit 10 Hochwasserrückhaltebeckenbaumaßnahmen  und Gewässerrenaturierungsmaßnahmen. Stefan Braun als Vertreter des Gemeindetags berichtete unter anderem von der Novellierung des Naturschutzgesetzes, der Umsetzung FFH-Verordnung in Baden-Württemberg.
 
Nach der kompakten, leckeren Mittagspause begrüßte Walldorfs BM Christiane Staab die TeilnehmerInnen zur Exkursion in die Walldorfer Storchenwiesen. Sie betonte mit überzeugender Authentizität die Wichtigkeit des Umweltschutzes und das Vorleben von Nachhaltigkeit sowie die Notwendigkeit, viele Interessen in eine Balance zu bringen und den Umweltschutz dabei beileibe nicht hintanzustellen… Nach einer Führung durch den Leimbachpark durch Monika Stein, die die Strukturvielfalt, die Ausgleichsflächen für Tierarten, die vor der Umbaumaßnahme hier lebten und hier wieder ihre Heimat finden sollen sowie Erholungsflächen für Parkbesucher/innen vorstellte, erklärten Günter Keim (NABU Walldorf) und Leon Schmiedel, Stadt Walldorf, den Umweltbeauftragten Historie und Aktuelles der Storchenwiese, auf der bereits 4 Horste von Rückkehrern besetzt sind, die noch vor Regen und Kälte betroffen auf Frühlingstemperaturen warteten, aber schon eifrig mit den Schnäbel „klapperten“. Vielfältig informiert und  vom Austausch mit den Kollegen/innen motiviert, verabschiedeten sich alle “ Umweltprofis“ um in ihren Wirkungsstätten in ganz Baden-Württemberg weiter für das Wohl von Natur und Mensch tätig zu sein.