Seit Oktober 2003 gibt es den Wieslocher Büffelfonds, ein Förderprojekt, das von der Stadt Wiesloch im Verbund mit der Welthungerhilfe anlässlich des Agendaprojekte "Wiesloch - Global & Fair" initiiert wurde, um hilfsbedürftige Menschen in Laos zu unterstützen.

Die Bauern in Laos leben unterhalb der Armutsgrenze. Ihre Erträge reichen oft nicht einmal für die Versorgung der eigenen Familie. Über den "Wieslocher Büffelfonds" erhalten bäuerliche Familien Wasserbüffel auf Kredit.
Dabei schließen sich immer mehrere Bauernfamilien zu einer Gruppe zusammen. Mithilfe von Spendengeldern bekommen einzelne, besonders bedürftige Familien über die Welthungerhilfe einen Büffel, der dann der Gemeinschaft als Arbeitstier zur Verfügung steht. Zurückbezahlt wird der Kredit nicht in Geldraten, sondern man könnte eher sagen, er wird "abgebüffelt". Nach einem Jahr bekommt eine andere Familie den Büffel. Bekommt die Büffelkuh innerhalb des Jahres ein Kalb, so darf dies von der Familie behalten werden. Untereinander arbeiten die Familien zusammen und unterstützen sich gegensteitig. Braucht eine Familie, die keinen eigenen Büffel besitzt einen Büffel, so kann sie sich gegen zum Beispiel ein Entgelt von einem Sack Reis einen Büffel von einer anderen Familie ausleihen. Wasserbüffel zeichnen sich durch ihre Robustheit, ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, ihre Genügsamkeit und ihre Langlebigkeit aus. Für den Anbau von Nahrungsmitteln sind sie für die Menschen eine sehr große Hilfe:
Grundnahrungsmittel ist in Laos der Reis. Da es allerdings an ebenen Flächen für einen ertragreichen Nasslandreisanbau mangelt, hatten die Bauern bisher nur die Möglichkeit auf den Hängen Trockenreis anzubauen. Trockenreis ist jedoch weitaus weniger ertragsintensiv und die Erträge reichten nicht aus um den Hunger zu stillen. Deshalb halfen sich die Familien mit Brandrodung für mehr Anbauflächen. Das Projekt der Welthungerhilfe bringt hier neue Lösungsansätze ins Spiel. Die Büffel helfen den Bauern an den Berghängen Terassen für den Nasslandreisanbau anzulegen, einzuebnen und anschließend zu bewirtschaften. Pflanzen und Waldflächen, die wichtig sind für eine intakte Natur, Klima und erosionsbeständigen Boden, müssen nicht mehr gerodet werden. Diese ökologisch verträgliche Nutzung wirft mit neu angelegten Bewässerungssystemen einen 15-fachen Ertrag für die Bauern ab. Wir hoffen, in Wiesloch weiterhin durch viele Einzelspenden, die selbstverständlich auch kleinere Beträge sein können, gemeinschaftlich mehrere Büffel beschaffen zu können. Ein Büffel kostet 300 € und wird mit Hilfe der Deutschen Welthungerhilfe direkt an die bedürftigen Bauern in Nordlaos vergeben.
Vom Beginn des Projekts im Oktober 2003 bis zum Oktober 2008 konnten durch die Spenden der Wieslocher Bürger bereits 25 Büffel vermittelt werden. Da diese Art Hilfe zur Selbsthilfe eine absolut sinnvolle, nachhaltige Möglichkeit globalen Engagements darstellt, seien hiermit alle Leserinnen und Leser ermuntert, sich mit einer Spende zu beteiligen.
Überweisungen werden auf das Konto der Stadt Wiesloch bei der Sparkasse Heidelberg (Konto-Nummer 50 007 235, Bankleitzahl 672 500 20) oder bei der Volksbank Wiesloch (Konto-Nummer 33 707, Bankleitzahl 672 922 00) mit dem Betreff "Büffelfonds" erbeten. Spendenbescheinigungen werden bei Angabe der vollständigen Adresse zugeschickt.
Wer sich gerne noch ausführlicher über das Projekt informieren will und über die Lebensweise der Laoten lernen will, sollte auf diesen Seiten vorbeischauen:
Agenda-Büro bei der Stadt Wiesloch:
Monika Stein, Fachbereich 5
Rathaus, Zimmer 011, 2. Untergeschoss
Telefon: 0 62 22/8 43 50, Fax: 0 62 22/8 44 65
E-Mail: monika.stein@wiesloch.de