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Frauenweiler

Blick auf den Dorfplatz.

Typische Siedlungshäuser aus der Gründungszeit.

Gedenkstein beim Aussiedlerhof Messmer

Sühnekreuz aus dem 16. Jahrhundert.

Katholische Kirche Sankt Marien.

Bienen-Staudenbeet bei der Grundschule.

Geschichtliches

Die ursprüngliche Siedlung Frauenweiler lag am Westhang des Gänsberges im Bereich des heutigen Aussiedlerhofs. Funde belegen eine Gründung des 12. Jahrhunderts, obwohl die erste urkundliche Erwähnung als "Wilre" erst in das Jahr 1293 fällt.

Ab 1333 ist dann der Name Frauenweiler belegt, der sich auf das Patrozinium der Kirche "unserer lieben Frau Maria" bezieht. Die Siedlung bestand aus mehreren, in adliger Hand befindlichen Höfen und einer Schäferei. Bemerkenswert ist die Bedeutung der Kirche dieses kleinen Dorfs. Aus den vielen Altarpfründen kann man eine Wallfahrt erschließen. Diese stand sicherlich nicht nur im Zusammenhang mit dem Patrozinium, sondern auch mit dem dort befindlichen Kurbrunnen (Schwefelquelle). Hinzu kam ein Ende März stattfindender Jahrmarkt.


Wiesloch wollte Frauenweiler auflösen

Zielstrebig hat die Stadt Wiesloch ab dem frühen 16. Jahrhundert die Auflösung Frauenweilers betrieben. Auf herrschaftlichem Geheiss mußten die Einwohner 1526 ihre drei Häuser abreißen und sich auf Allmendeplätzen in Wiesloch niederlassen. Lediglich Pfarrhaus und Kirche blieben bis zur Reformation bestehen. Wegen verschiedener Klagen der Wieslocher Bürger hob Kurfürst Ludwig die Gemarkung Frauenweiler im Jahr 1526 auf. Die Flächen gingen an die Stadt Wiesloch. Heute erinnern nur noch eine Gedenktafel und ein Sühnekreuz aus dem 16. Jahrhundert an die ursprüngliche Siedlung.


Der Gänsberg oberhalb Frauenweilers

Bei den vielen Belagerungen und Truppendurchzügen im 17. und 18. Jahrhundert war der Gänsberg oberhalb des alten Frauenweiler der beliebteste Lagerplatz. Er war wegen seiner überhöhten Lage leicht zu verteidigen und man hatte eine gute Rundumsicht. Daher rührt auch die schöne Sage, die den Namen des Berges zu erklären sucht: Bei einem der vielen Überfälle der Franzosen floh ein Gänsehirt mit seinen Tieren den bewaldeten Hügel hinauf. Die Tiere machten einen so großen Krach, dass die französischen Soldaten das weiße Gefieder für kaiserliche Uniformen hielten und sofort reißaus nahmen.


Die Neuentdeckung der Kurquelle

1767 entdeckte man die Kurquelle wieder. Auf Geheiß des Kurfürsten Carl Theodor wurde sie gefasst. Man plante sogar eine größere Badeanstalt. Die fast zeitgleich aufkommenden Bäder Langenbrücken und Zaisenhausen ließen aber das Interesse an der Quelle rasch abkühlen. Bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein nutzte man das Wasser noch zu Trinkkuren.


Die heutige Siedlung

Die Gründung des heutigen Ortsteils fällt in das Jahr 1937. Das heutige Frauenweiler liegt 400 m westlicher als die mittelalterliche Siedlung. Anlass zur Neugründung des Stadtteils war die damals herrschende große Wohnungsnot. Das Frauenweiler der 30er und 40er Jahre war eine reine Arbeitersiedlung. In den 60er Jahren begann dann die Entwicklung zum heutigen Stadtteil, mit Kirche, Kindergarten und Grundschule.

In den Jahren 1948 bis 1954 betrieb man auf dem Gänsberg Versuchsbergbau. Die dortigen Blei-Zink-Erze waren jedoch ölimprägniert und deshalb nicht aufzubereiten. Durch den Stollenvortrieb versiegte allerdings der Kurbrunnen und dessen Anlagen wurden leider zugeschoben.


Weitere Informationen

Siehe auch: Stadtteilverein Frauenweiler

Quellenhinweis

Historisches Wiesloch, Ein Führer zu den Sehenswürdigkeiten der Winzerstadt, von Ludwig H. Hildebrandt und Helmut Mohr, ISBN 3-87742-147-4, K.F. Schimper Verlag

 

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Alte Bilder

Ansicht, Lithografie.

Hauptstraße

Hauptstraße, vor 1890.

Untere Hauptstraße 1910

Untere Hauptstraße 1950/60er

Heidelberger Straße, 1901.

Stadtbahnhof, 1901.

Sammlung Lamerdin

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