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Klimaschutz in Wiesloch

Klimaschutzkonzept der Stadt Wiesloch

"Unser Ziel im Bereich Klimaschutz ist nicht die Entwicklung eines Papiers, sondern die Idee gemeinsam mit den Betroffenen zu überlegen, was man in unserer Stadt verändern kann", beschreibt Oberbürgermeister Franz Schaidhammer das Hauptziel der Klimaschutzkonzeption der Stadt Wiesloch. Verschiedene Aktivitäten der Verwaltung in diesem Bereich sprechen für die Wichtigkeit des Klimaschutzes für die Kommune Wiesloch.

Aktuell trat die Stadt Wiesloch im März 2010 dem Konvent der Bürgermeister bei. Die Vertreterinnen und Vertreter aus 50 deutschen Kommunen haben jüngst in Heidelberg über gemeinsame Strategien für den Klimaschutz und deren Verzahnung mit der Energiepolitik der Europäischen Union (EU) beraten. Die Konferenzteilnehmer einigten sich auf die Gründung eines Covenant Club Deutschland, der zu einer stärkeren Vernetzung der Konvent-Kommunen beitragen soll, um gemeinsame Positionen zu erarbeiten und politische Forderungen zu stellen.

Intern hat die Stadt Wiesloch ein Klimaschutzkonzept erstellt, welches eine Verringerung des gesamten CO2 Ausstoßes in der Stadt Wiesloch gegenüber einem Basisjahr (1990 oder Später) bis 2020 um mehr als 20% als Ziel aufweist. "Für unsere Stadt bedeutet dies auch einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil im Verhältnis zu anderen Kommunen", so Rüdiger Schwalb, bei der Stadt Wiesloch im Hochbau unter Anderem für das Energiemanagement zuständig, "eventuell könnte dies auch schon bei der Entwicklung des Bahnhofumfeldes am Metropolpark zum Tragen kommen."

Bis heute haben schon einige Gemeinden ein Klimaschutzkonzept entwickelt und von ihrem Gemeinderat beschließen lassen. Häufig wurde dies aber leider ohne die Beteiligung aller Bezugsgruppen, wie private Haushalte, Industrie, Gewerbe, Verkehr oder der Dienstleistungssektor entwickelt.

"Wir möchten versuchen hier in Wiesloch einen anderen Weg zu beschreiten", so Schwalb, "In dem Bewusstsein, dass die hohen Ziele nur gemeinsam zu erreichen sind und für alle auch wirtschaftlich vertretbar sein müssen, haben wir einen ersten kleinen Arbeitskreis ins Leben gerufen." Dieser besteht aus den Heidelberger Druckmaschinen für die Industrie, der Bürgerstiftung für die privaten Haushalte, der städtischen Wohnbaugesellschaft für den sozialen Wohnungsbau, dem Psychatrischen Zentrum Nordbaden für den Gesundheits- und Dienstleistungssektor, dem Palatin für das Hotelgewerbe, dem städtischen Gebäudemanagement für den kommunalen Sektor, der kommunalen Umweltstelle für die ökologische Belange, den Stadtwerken für den Bereich Energieversorgung sowie einem Vertreter des Gemeinderates für die politische Gemeinde.

Nach bisher drei Treffen, die in sehr engagierter und offener Atmosphäre stattfanden, gilt es als nächsten Schritt in loser Reihenfolge die bereits umgesetzten und geplanten Konzepte der Beteiligten vorstellen. "Zum einen wollen wir damit Nachahmer anregen aber auch das allgemeine Interesse an diesem Thema weiter anregen", beschreibt Rüdiger Schwalb die Bemühungen.

Zurzeit werden auf Landes- und Bundesebene einheitliche Verfahren zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes entwickelt, nach denen sich auch die Konzepte des Rhein-Neckar-Kreises und der Metropolregion richten wollen. Sobald dies, voraussichtlich bis Mitte 2012 geschehen ist, will die Stadt Wiesloch in die Intensivphase der Konzepterstellung gehen und gemeinsam mit den Akteuren der anderen Sektoren das Konzept weiterentwickeln.

Ein gutes Beispiel für gelebten Klimaschutz zeigen gleich zwei Projekte der Bürgerstiftung Wiesloch.

Im Schuljahr 2011/12 führt die Bürgerstiftung in einer Allianz mit den Schulen, der Stadt Wiesloch, dem Rhein-Neckar-Kreis und Förderern den Schülerwettbewerb "Klimaschutz macht Schule" durch. Teilnehmen können alle Schüler an den Wieslocher Schulen. Der Kreativität sind bei den Wettbewerbsbeiträgen keine Grenzen gesetzt. Gesucht werden Beiträge aus allen Bereichen des Klimaschutzes, wie Wohnen, Konsum, Ernährung, Mobilität, Erneuerbare Energien. Von Pilotprojekten, Klimaschutzideen, Versuchsreihen, technischen Visionen, Vorträgen über Podcasts und Filme bis hin zu Comics und Theaterstücken sind überzeugende Beiträge in jeder Form willkommen. Damit wir in Wiesloch ganz konkret sehen, was Klimaschutz für uns bedeutet, sollen die Beiträge einen Bezug zu Wiesloch und seinen Bürgerinnen und Bürgern haben.

Unter dem Motto "Global denken, lokal handeln" stand das Projekt "Zehn machen Ernst" der Bürgerstiftung Wiesloch. Ein Jahr lang hatten zehn Haushalte neue Wege gesucht, CO2 einzusparen. "Es war uns wichtig, praktikable Lösungen zu finden, ohne das eigene Leben extrem umstellen zu müssen", so Projektleiter Matthias Gleis. Vier Familien stellten jüngst ihre Erfahrungen vor, wobei jeder Haushalt sich auf verschiedene Themen spezialisiert hatte.


Konvent der Bürgermeister

Bei einer bundesweiten Konferenz des Konvents der Bürgermeister haben am Dienstag, 25. Oktober 2011, Vertreterinnen und Vertreter aus 50 deutschen Kommunen in Heidelberg über gemeinsame Strategien für den Klimaschutz und deren Verzahnung mit der Energiepolitik der Europäischen Union (EU) beraten. Die Konferenzteilnehmer einigten sich auf die Gründung eines Covenant Club Deutschland, der zu einer stärkeren Vernetzung der Konvent-Kommunen beitragen soll, um gemeinsame Positionen zu erarbeiten und politische Forderungen zu stellen. Als Sprecher des Covenant Club Deutschland wurden gewählt: Joachim Lorenz, Umweltdezernent der Stadt München, Thomas Thumann, Oberbürgermeister der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz, und Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg.

Unter den Städten waren bei der Konferenz unter anderem Frankfurt, Nürnberg und Freiburg vertreten. EU-Kommissar Günther Oettinger erklärte in einer Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer, dass er "den Bürgermeisterkonvent als eine wichtige Grundlage für die gemeinsamen Energiestrategien sieht". Neben Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner als Präsident des europäischen Städtenetzwerks Energy Cities haben Ulrike Janssen, Geschäftsführerin des Klima-Bündnis und Gérard Magnin, Geschäftsführer von Energy Cities, an der Konferenz teilgenommen.

Bürgermeister treffen sich in Heidelberg

OB Würzner: "Wichtiger Schritt für einen effektiven Klimaschutz"
"Die Gründung des Deutschen Covenant Clubs in Heidelberg ist ein wichtiger Schritt für einen effektiven Klimaschutz. Ich freue mich, dass die Oberbürgermeister und Bürgermeister beschlossen haben, sich gemeinsam für die energiepolitischen Anliegen der Kommunen auf Bundesebene einzusetzen. Wir werden uns zum Beispiel für eine erhöhte Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien oder Strom aus Kraft-Wärmekopplung einsetzen, die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen, den Netzausbau der Stromnetze für erneuerbare Energien vorantreiben und Fördermittel vom Land oder Bund für ÖPNV-Projekte beantragen", betonte OB Würzner.

Magnin: "Kräfte bündeln, um die Klimaschutzziele gemeinsam zu erreichen"
"Wir sind außerordentlich erfreut, dass es nach dem französischen Club des Konvents der Bürgermeister nun auch in Deutschland eine solche Initiative gibt", erklärte Gérard Magnin, Geschäftsführer des europäischen Städtenetzwerks Energy Cities. "Die Stärke dieser Städtebewegung liegt vor allem darin, dass die über 3.000 Unterzeichner ihr Engagement sehr ernst nehmen. Im Konventclub Deutschland können deutsche Unterzeichnerstädte ihre Kräfte bündeln, um die Klimaschutzziele des Konvents gemeinsam zu erreichen und ihre politischen Forderungen an die nationale Ebene und die EU-Ebene deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Die Energiewende auf lokaler Ebene ist im Übrigen bereits in vollem Gange. Heidelberg zählt mit seinen zahlreichen Initiativen dabei zu den Vorreitern."

Janssen: "Ziel ist die Schaffung größtmöglicher Synergien"
"Das Klima-Bündnis hat rund 450 Mitglieder in Deutschland, in denen etwa die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands lebt. Sie engagieren sich seit langem für den Klimaschutz und haben bereits viel erreicht. Umso wichtiger, dass dieses Engagement jetzt auf europäischer Ebene mit dem Konvent der Bürgermeister Anerkennung gefunden hat", sagte Ulrike Janssen, Geschäftsführererin des europäischen Städtenetzwerks Klima-Bündnis. "Der Covenant Club Deutschland ist die Chance, lokales Engagement in einen europäischen Kontext zu stellen und dabei auf den speziellen Ausgangs- und Rahmenbedingungen in Deutschland aufzubauen. Ziel ist die Schaffung größtmöglicher Synergien bei den anstehenden Aufgaben für eine nachhaltige und dezentrale Energieversorgung - in politischer, technischer und finanzieller Hinsicht."

Covenant Club Deutschland

Der Covenant Club Deutschland hat zum Ziel, die Städte und Gemeinden besser miteinander zu vernetzen und ihre Aktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene verstärkt in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Als Plattform will der Club den Austausch zwischen den Oberbürgermeistern der Städte und den kommunalen Spitzenverbänden, Bundesministerien und der EU verstärken. Nicht nur Konvent-Kommunen können sich im Club einbringen, sondern auch Kommunen, die an einem Beitritt interessiert sind. Neben dem Covenant Club Deutschland besteht ein französischer Covenant Club, der im Jahr 2010 gegründet wurde. Derzeit finden nationale Covenant Club Gründungen in insgesamt zwölf Ländern statt. Sie werden von Energy Cities und dem Klima-Bündnis im Rahmen des EU-Projekts NETCom koordiniert.

Nach dem Auftakt des Covenant Club Deutschland in Heidelberg sollen regelmäßig zwei Treffen pro Jahr stattfinden. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Teilnehmern soll zudem per Internet über ein Diskussionsforum ermöglicht werden. Gemeinsam sollen im Club Positionen zur besseren Umsetzung der Ziele und Verpflichtungen des Konvents erarbeitet werden.

Konvent der Bürgermeister

Den Konvent der Bürgermeister (Covenant of Mayors) hat die Europäische Kommission 2008 ins Leben gerufen, um die Städte im Kampf gegen den Klimawandel stärker zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen der europäischen und der lokalen Ebene zu verbessern. Als Präsident des europäischen Städtenetzwerks Energy Cities hat OB Würzner diesen Gründungsprozess maßgeblich mitgestaltet. Heidelberg war eine der ersten deutschen Städte, die dem Konvent beigetreten sind. Inzwischen gehören dem europäischen Zusammenschluss fast 3.000 Städte an. Die Kommunen des Konvents verpflichten sich in der Beitrittserklärung bis zum Jahr 2020, ihre CO2-Emissionen durch Energieeffizienzmaßnahmen und eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Zudem erklären sie sich bereit, einen Aktionsplan für nachhaltige Energie vorzulegen und an der jährlichen europäischen Konferenz der Bürgermeister für nachhaltige Energie für Europa teilzunehmen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.eumayors.eu.


SEAP

Seap-Aktionsplan (527,9 KB)


 

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