Diese Seite vorlesen:

Gerbersruhschulen-Anbau wurde zur Anschlussunterbringung

Gruppenfoto mit den beteiligten Akteuren.

Nach nur sechswöchiger Umbauzeit konnte aktuell der Anbau der Wieslocher Gerbersruhschule zur Anschlussunterbringung von ukrainischen Geflüchteten fertig gestellt werden.

„Wir konnten ein Zentrum der Bildung in ein Zentrum des Wohnens verwandeln“, so OB Dirk Elkemann. Nach dem Auszug der Gemeinschaftsschule wurde der Anbau aus den 70er Jahren seitdem durch die Musikschule Südliche Bergstraße genutzt. Diese mussten nun ihre Räumlichkeiten leider aufgeben um schnellst möglich Platz zu schaffen, um ukrainische Geflüchtete aufzunehmen. Der große Dank des Oberbürgermeisters ging an alle, die dies in kürzester Zeit möglich gemacht haben. Von städtischer Seite betreuten Heike Schuppe-Bucher (Hochbau) und Nicola Bajohr (Liegenschaften) dieses Projekt federführend und mit viel Herzblut. „Wir sind allen Handwerkern überaus dankbar“, so Schuppe-Bucher, „dass die Arbeiten, auch in Nacht- und Wochenendschichten hervorragend erledigt werden konnten. Das war herausragend.“

Entstanden sind Unterkünfte für insgesamt 60 Personen, die vorwiegend in Familienverbünden untergebracht werden können. Im Erdgeschoss wurden dafür vier Klassenzimmer geteilt, außerdem Sanitäranlagen geschaffen. Auch im Obergeschoss entstanden durch die Teilung von bestehenden Klassenzimmern mit Leichtbauwänden mehrere Räume. Komplettiert wird diese Unterkunft durch einen gemütlichen Gemeinschaftsraum, ein großzügiges Spielzimmer und eine riesige Küche mit mehreren Koch- und Arbeitsplätzen. Dazu konnte die bestehende Lehrküche optimal genutzt werden, in der bereits Herde vorhanden waren. Ergänzt wurde dies durch Kühlschränke und Aufbewahrungsmöbel, Tische und Stühle.

„Wir erwarten ab Mitte Mai die ersten Zuweisungen des Landratsamtes“, so Jürgen Morlock vom Ordnungsamt/ Ausländeramt der Stadt, die für die Unterbringungen zuständig sind. „Wir versuchen Familien aufzunehmen, für die die Unterbringung passt und dies mit dem Landratsamt abzusprechen“ Beispielsweise wird eine zwölfköpfige Familie mit drei Generationen in die Räumlichkeiten einziehen. „Sehr dankbar sind wir unserem Netzwerk Asyl“, so OB Elkemann beim Vor-Ort-Termin, „wir als Stadt könnten nicht noch leisten, was die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an unterschiedlichen Stellen tun.“ Auch Anne Sonnenberg als Stellvertretung des Netzwerks Asyl, das bei der Bürgerstiftung Wiesloch angesiedelt ist, freut sich über die vielen Freiwilligen aus der Bürgerschaft, ohne die die vielen Aufgaben nicht bewältigt werden könnten. „Wir versuchen die Sicht der Geflüchteten einzunehmen und hier bestmöglich zu unterstützen.“ Auch sie betonte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesloch.

Aktuell wurden in der Unterkunft „Gerbersruhschule“ die Ausstattung mit Sachspenden aus dem vorhandenen Fundes und aus privaten Haushaltsauflösungen ergänzt. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei weiter ungebrochen, was finanzielle Unterstützung angehe, aber auch das Angebot von ehrenamtlichen Helfer*innen, Dolmetschern und Angebot von privatem Wohnraum sei weiterhin gegeben. „Momentan sind wir mit Sachspenden gut ausgestattet, wenn wir noch Bedarf hätten, rufen wir dann gezielt dazu auf“, so Sonnenberg. Außerdem sei man mit Spendengeldern sehr gut aufgestellt, so dass man hier auch Einiges leisten könnte, vor allem Elektrogeräte wie Waschmaschinen usw. könnten davon angeschafft werden.