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Bisamratten am Leimbach

Bisam schwimmt im Leimbach. Foto: Helmut Pfeifer.
Foto: Helmut Pfeifer

Die Bisamratten sind hervorragend an das Leben am Wasser angepasst, am Leimbach in Wiesloch fühlen sie sich sichtlich wohl.

Seit vielen Jahren gibt es am Wieslocher Leimbach mitten im Stadtgebiet eine stabile Bisamrattenpopulation. Die Tiere stammen ursprünglich aus den Feuchtgebieten Nordamerikas und sind nicht mit den Ratten verwandt, vielmehr handelt es sich um die größte Wühlmausart. Wegen ihres Felles waren sie früher sehr begehrt und wurden deshalb auch bejagt. Die Aussiedlung in Mitteleuropa fand zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts in mehreren Schüben statt. Die Tiere haben sich daraufhin sehr schnell an den Gewässerläufen ausgebreitet, auch weil ihre natürlichen Fressfeinde wie Fischotter, Uhu und Rotfuchs in der Folge teilweise stark dezimiert wurden.

Bisam zwischen Gras und Brennnesseln. Foto: Helmut Pfeifer.
Foto: Helmut Pfeifer

Die Bisam oder Bisamratten sind wesentlich kleiner als die Nutria oder Biberratten, mit denen sie oft verwechselt werden und die aus Südamerika stammen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Wasser- und Uferpflanzen. Berichte, wonach sie auch Gelege plündern und Wasservögeln nachstellen, sind nicht bestätigt. Sie besetzen bei uns eine ökologische Nische und können in ihrem Umfeld die Vegetation durch eine Dezimierung der Röhrichtbestände erheblich verändern, was einigen Tier- und Pflanzenarten auch wieder zugutekommen kann. Bei den Wasserbauern sind sie gefürchtet wegen der Unterhöhlung von Dämmen und Deichbauwerken, in denen sie ihren Unterschlupf als Erdbau mit einem Eingang unterhalb der Wasserlinie anlegen.