Diese Seite vorlesen:

Blühende Vielfalt

Nickende Distel im Natur-nah-dran-Hügelbeet hinter der Grundschule Frauenweiler.

Auf den städtischen Blühwiesen brummt und summt es! Im März des Jahres 2019 beschloss der Gemeinderat der Stadt Wiesloch, dass Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der bedrohlich schwindenden Insektenpopulationen und -arten durchgeführt werden sollen. Auf den Beschluss des Gremiums hin wurden Ideen zum Artenschutz entwickelt, die unter anderem die Schaffung von Blühwiesen als eine Maßnahme zur Eindämmung des Artensterbens beinhalten.

Die Entwicklung solcher Pflanzen ist ein wichtiger Schritt im Bereich des Artenschutzes, da Insekten in der Nahrungskette weit vorne stehen, also anderen Tieren als Nahrungsquelle dienen und auch aktiv bei der Bestäubung von Pflanzen eine wichtige Rolle spielen. Der starke Rückgang der Insektenpopulationen wirkt sich demnach auf das gesamte Ökosystem und somit auch auf die Menschen negativ aus.

Blühwiese beim MLP-Kreisel in der Parkstraße.

Artenreiche Mähwiesen bieten vielen Insekten Erholungs-, Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten und stellen wichtige Nahrungsquellen bereit. Durch die vegetative Vielfältigkeit der Blühareale wird ein großes Spektrum an auf diese Pflanzenarten spezialisierte Insektenarten angelockt. So finden sich im Bereich der Blühwiesen Wildbienen, Fliegen und Käfer, Hummeln und Wespen sowie verschiedene schützenswerte Schmetterlingsarten wie etwa Tagpfauenauge und Admiral. Um die Diversität der Flächen auch längerfristig erhalten zu können, muss bei der Pflege der Wiesen sehr bedacht vorgegangen und individuell entschieden werden, ob und wann die Mahd der jeweiligen Fläche sinnvoll erscheint. Das hängt auch vom Wetter und der Vegetationsentwicklung im jeweiligen Jahr ab. Es gibt keine Patentrezepte. Günstig war die kleinflächige Mahd der früheren, kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die nicht alles gleichzeitig mähte. So blieben immer Hochstaudensäume und Gräser auch über Winter stehen, und die Entwicklungszyklen der Insekten konnten voll durchlaufen werden.

Filigrane lilablühende Kartäusernelken am Aldi-Kreisel.

In jedem Stadtteil Wieslochs konnten für das Vorhaben geeignete städtische Flächen gefunden werden – und in diesem Jahr werden bereits die ersten Erfolge der Anstrengungen für den Artenschutz deutlich! Im Bereich der insgesamt zehn Areale, deren Boden zunächst unterschiedlich vorbereitet und dann mit qualitativem Saatgut eingesät wurden, gab es eine Explosion an heimischen Pflanzenarten, die eine einladende Wirkung auf viele Insekten haben. Einen wunderschönen Blickfang stellt beispielsweise die Blühwiese an der Pestalozzischule in Baiertal dar.

Ebenfalls am Aldi-Kreisel: Echter Wundklee und Gewöhnlicher Hornklee.

Ergänzt werden diese Blühwiesen durch die so genannten „Natur nah dran“ Flächen. 2019 hatte sich die Stadt Wiesloch erfolgreich um eine Teilnahme an diesem landesweiten Projekt des NABU (Naturschutzbund Deutschland) beworben. Im Rahmen dieses Projektes konnten mit finanzieller Hilfe des NABUs fünf weitere Flächen in Blühwiesen verwandelt werden, auf denen die Insekten sich nun ungestört entwickeln können. Vier der fünf realisierten „Natur nah dran“ Flächen können in Wiesloch (Albert-Schweitzer-Straße, Aldi-Kreisel, Bahnhofkreisel, Bahnweg) bestaunt werden, die fünfte Fläche befindet sich in Frauenweiler bei der Grundschule.
Die Stadt Wiesloch wird sich weiterhin engagiert für eine Fortentwicklung solcher artenreichen Flächen einsetzen.