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Regierungspräsidium informierte über den geplanten Leimbach-Ausbau

Leimbach fließt neben den Bahngleisen.
Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe

Interessierte Bürgerinnen und Bürger informierten sich im Palatin Kongresshotel in Wiesloch über das Hochwasserschutz- und Gewässerökologieprojekt am Leimbach-Oberlauf. Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe stellte mit seinem Planungsteam den geplanten Ausbau des Leimbachs im Abschnitt „Hochwasserrückhaltebecken Nußloch bis zur ehemaligen Hubbrücke in Wiesloch“ (Maßnahme 3.1) vor.

Mit der Umgestaltung des Leimbachs Maßnahmenabschnitt 3.1 wird der Hochwasserschutz für die Städte Wiesloch und Walldorf wesentlich verbessert und ein 100-jährlicher Hochwasserschutz hergestellt. Die Hochwasserschutzdämme werden saniert und in einigen Bereichen durch Hochwasserschutzmauern oder Spundwände ergänzt. Es werden außerdem neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen am Leimbach entstehen, indem die Gewässerökologie wesentlich verbessert wird. Durch den Ausbau wird die Unterhaltung des Leimbaches und der Hochwasserschutzdämme deutlich erleichtert und der Leimbach und sein Umfeld werden insgesamt wieder attraktiver und erlebbarer für die Bevölkerung.

Die Planer zeigten in ihren Vorträgen auf, wie darum gerungen wurde, angesichts der vielfältigen Restriktionen im beengten Bereich neben der Bahntrasse technisch gute Lösungen zu finden, die auch, dort wo es möglich ist, dem Leimbach Raum für eine ökologische Entwicklung geben. Nach jedem Vortrag kamen die anwesenden Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Ein Schwerpunkt im weiteren Austausch war die Frage nach den Nutzungsmöglichkeiten und den ökologi-schen Anforderungen des Projekts.

Auch die Bauzeit und die voraussichtlichen Kosten des Vorhabens interessierten die Teilnehmenden. Die tatsächliche Bauzeit wird auf rund zweieinhalb bis drei Jahre geschätzt. Nach der Genehmigung des Planfeststellungsantrags durch das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis sind zunächst aber noch ein bis zwei Jahre Vorbereitung der Bauausführung nötig, bevor der eigentliche Bau beginnen kann. Vorgezogene Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Verlegung von zwei Oberleitungsmasten der Bahn, sollen aber schon in 2022 erfolgen. Zum tatsächlichen Baubeginn wird dann zu gegebener Zeit gesondert informiert. Die Kosten wurden bisher mit 10 Millionen Euro (Stand: 2018) angegeben, dürften nach aktuellen Schätzungen unter Berücksichtigung der Rohstoffentwicklung (gestiegener Materialkosten) aber inzwischen bei 12 bis 13 Millionen Euro liegen. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden auch Einzelfragen der Anwohnerinnen und Anwohner geklärt, etwa bezüglich der Zufahrt zu ihren Grundstücken. Einige Teilnehmende nutzten auch im Anschluss an die Vorträge die Gelegenheit, um sich mit den Planern des Vorhabenträgers direkt auszutauschen.

Die Vertreter des Regierungspräsidiums wiesen zum Abschluss der Veranstaltung auf die ab Ende Oktober 2021 vorgesehene Offenlage der Antragsunterlagen für die Öffentlichkeit mit der Möglichkeit der Einsichtnahme und Beteiligung hin. Termin und Ort der Auslegung werden rechtzeitig durch die Genehmigungsbehörde, das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises, bekannt gegeben.

Hintergrundinformationen

Das Projekt „Ausbau Leimbach-Oberlauf“ auf der Gemarkung Wiesloch ist ein Teilprojekt der Hochwasserschutzkonzeption Leimbach-Hardtbach. Ziel der Konzeption ist es, den Hochwasserschutz am Leimbach zwischen den Ortslagen Wiesloch und Oftersheim erheblich zu verbessern und gleichbedeutend die Gewässerökologie am Leimbach im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) deutlich aufzuwerten. Mit fünf Teilmaßnahmen werden je nach der räumlichen Lage und Situation auch weitere Ziele ermöglicht, zum Beispiel die verbesserte Erlebbarkeit des Gewässers für Bürgerinnen und Bürger sowie die Erleichterung der Gewässerpflege und der Mahd der Dämme durch den Landesbetrieb Gewässer.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe, Landesbetrieb Gewässer, hat im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Projekt „Ausbau Leimbach-Oberlauf“ im Frühjahr 2015 einen Projektbegleitkreis eingerichtet. Von März 2015 bis Februar 2018 trafen sich die 16 Mitglieder aus Vertretern der Kommunen und Fachbehörden, Vereinen und Bürgerinnen und Bürger zu insgesamt sechs Sitzungen und zwei Exkursionen. Hier wurden interessante und komplexe Informationen über die Planung weitergegeben, konstruktiv diskutiert und die Planungsabschnitte vor Ort besichtigt. Es wurden mehrere Alternativen erarbeitet, geprüft und vorgestellt sowie Vorschläge zur Gestaltung eingebracht, die auch in die Planungen einfließen konnten. Mit der fünften Sitzung des Projektbegleitkreises wurde im Sommer 2017 der Startschuss gegeben, die Antragsunterlagen zum Teilabschnitt entlang der Bahnstrecke (Maßnahme 3.1) fertigzustellen. Mit der sechsten Sitzung folgte der Start für den Teilabschnitt in der Ortslage Wiesloch (Maßnahme 3.3). Die Teilnehmenden zeigten sich mit der bisherigen Zusammenarbeit und dem Ergebnis zufrieden. Trotz des relativ hohen Zeitaufwandes wurde der Projektkreis abschließend als sehr sinnvolles und unterstützendes Gremium angesehen.

Mit der Antragsstellung 2018 startete die Planfeststellungsbehörde, das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das Planfeststellungsverfahren. Das Landratsamt führt dabei auch die gesetzlich vorgeschriebene formelle Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Nach der Anhörung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) ist für die Maßnahme 3.1 nun die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen für Ende Oktober 2021 geplant.
Ergänzend dazu hat der Landesbetrieb Gewässer als Vorhabenträger mit der Veröffentlichung eines Faltblattes sowie der gestrigen öffentlichen Informationsveranstaltung, die Aktivitäten der nicht-förmlichen Öffentlichkeitsbeteiligung um-gesetzt.

Weitere Informationen zum Projekt „Ausbau Leimbach-Oberlauf“ sind auf der Projektseite und den jeweiligen Teilabschnitten der Maßnahmen zu finden. Hier finden sich auch „Häufig gestellte Fragen“, die einen schnellen Überblick über die umfangreiche Planung geben, sowie die Präsentationen aus der gestrigen Veranstaltung.

Internetseite zu den Leimbach-Hardtbach-Projekten