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Einsatzfahrt für Feuerwehrveteran

Seine bisher weiteste Einsatzfahrt absolvierte das alte Löschfahrzeug der Wieslocher Feuerwehr aus dem Jahr 1963 anlässlich des 2. Internationalen Feuerwehr-Oldtimertreffens vom 20. bis 23. Juni in Hard am Bodensee.

Oldtimer-Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch.

Die Feuerwehr im österreichischen Bundesland Vorarlberg hatte zu diesem Großereignis eingeladen und zahlreiche Gruppen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Italien, Ungarn und Deutschland waren mit ihren historischen Fahrzeugen der Einladung gefolgt.

Die Wieslocher Abordnung mit Thomas und Jens Hörner, Gerolf und Ludwig Sauer sowie Karl-Heinz Spörle traf sich am frühen Donnerstagmorgen mit den Drehleiterbesatzungen aus Bensheim und Bruchsal. Gemeinsam machte sich der historische Löschzug aus den 1950er und 1960er Jahren dann auf den langen Weg nach Österreich. Nach einigen Zwischenstopps, unter anderem bei der Feuerwehr Immenstaad am Bodensee erreichte man die Marktgemeinde Hard, unmittelbar neben der Landeshauptstadt Bregenz.

Nach einem herzlichen Empfang und der obligatorischen Anmeldung wurden den Fahrzeugen ihre jeweiligen Stellplätze auf dem Ausstellungs- und Festgelände direkt am Bodensee zugewiesen. Die Besatzungen wurden fortan während des gesamten Aufenthalts mit einem „Shuttle-Fahrzeug“ – ganz stilecht einem Opel-Blitz-Löschfahrzeug aus dem Jahr 1967 – zu ihren Unterkünften gebracht und von dort abgeholt. Ein bunter Reigen von Programmpunkten folgte. So wurden das Feuerwehrmuseum sowie das Traktor- und Oldtimermuseum in Hard besichtigt. Die Einsatzmöglichkeiten des großen Boots der örtlichen Feuerwehr wurden bei einer Schifffahrt auf dem Bodensee eindrucksvoll demonstriert. Eine Ausfahrt der Oldtimerfahrzeuge in die nähere Umgebung der gastgebenden Gemeinde stieß bei der Bevölkerung auf großes Interesse. Höhepunkt war der Festzug aller Fahrzeuge am Samstagnachmittag an der Uferpromenade. Dies auch deshalb, weil an dem „Concours d’Elegance“ auch jene Fahrzeuge teilnahmen, die nur für diesen Tag aus der näheren Umgebung angereist waren.

Ludwig Sauer vor der St. Gallener Reitermusik.

Ein besonderer Blickfang war die St. Gallener Reitermusik, die bereits am Samstagvormittag angereist war, um Pferde und Reiter für den großen Auftritt vorzubereiten. Die gleichzeitige Beherrschung der Pferde und der Instrumente nötigte den Zuschauern großen Respekt ab. Eindrucksvoll war auch der imposante Einsatz einer historischen Dampfspritze, Baujahr 1910, aus Bad Vöslau-Gainfarn, Niederösterreich. Neben all diesen Programmpunkten bestand ausreichend Gelegenheit für den Austausch unter Gleichgesinnten gleich welcher Nation. Am Samstagabend hatte die Wieslocher Abordnung sogar die Gelegenheit, mit dem Landeshauptmann von Vorarlberg, Markus Wallner, zu sprechen. Gerne stand der Regierungschef danach auch für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung.

Feuerwehr Wiesloch und die Wiesel

Eine besondere Überraschung erlebten die Feuerwehrleute am Freitagmorgen: Wunderte man sich bei der Anfahrt mit dem Opel-Blitz noch über zwei Kleinbusse, die bei einer Sporthalle standen und offensichtlich aus Wiesloch stammten, so klärte sich das Rätsel schnell auf: Auf dem Ausstellungsgelände warteten bereits die Handballerinnen und Handballer der „Wiesel“, die ihrerseits das alte Löschfahrzeug aus ihrer Heimatstadt erspäht hatten. Die Inklusionsmannschaft der TSG nahm an einem Internationalen Wettbewerb teil und nutzte die Freizeit für einen Besuch bei der Feuerwehr. Groß war die Freude über diesen Zufall und schnell war organisiert, dass auch die Wiesel an der Fahrt mit dem Feuerwehrboot teilnehmen konnten. Im Gegenzug besuchte die Feuerwehr ein Handballspiel am folgenden Tag.

Am Sonntagvormittag hieß es dann Abschied nehmen vom Bodensee. Nach einer Heimfahrt ausschließlich über Landstraßen erreichten die Feuerwehrleute mit ihrem historischen Löschfahrzeug am frühen Abend Wiesloch. Die gute Wartung des 56 Jahre alten Feuerwehrwagens sowie das fahrerische Können von Gerolf Sauer und Thomas Hörner hatten eine sorglose Hin- und Rückfahrt ohne unfreiwillige Zwischenstopps ermöglicht.