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Förderbescheid-Übergabe

Anfang Juli konnte Staatssekretär Dr. Andre Baumann dem Abwasser- und Hochwasserschutzverband Wiesloch einen Förderbescheid in Höhe von rund 1.3 Mio. € als Landeszuschuss für das „Hochwasserrückhaltebecken Ochsenbachtal" in Wiesloch im Stadtteil Schatthausen überreichen.

Gruppenbild mit Förderbescheid: (v.li.) Bernd Haller (Regierungspräsidium), Josef Zöllner (AHW), Staatssekretär Andre Baumann, Wieslochs OB Dirk Elkemann, Rainer Reißfelder, Joachim Bauer (Rhein-Neckar-Kreis), Bürgermeister Jens Spanberger (Mühlhausen) und Bürgermeister Ludwig Sauer.

Ein weiterer wesentlicher Baustein des Hochwasserschutzes im Einzugsbereich des Leimbach-Oberlaufs wird jetzt mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Ochsenbachtal in Wiesloch Stadtteil Schatthausen realisiert. Mit diesem Hochwasserrückhaltebecken setzt der Abwasser- und Hochwasserschutzverband Wiesloch eine weitere Maßnahme seines umfangreichen Bauprogramms um. Es ist Teil der Gesamtkonzeption zum Schutz der im Einzugsgebiet des Waldangelbachs und Leimbach-Oberlauf liegenden Ortschaften vor einem Niederschlagsereignis, das statistisch nur alle 100 Jahre (HQ 100) unter Berücksichtigung der Klimaänderung auftritt.

Bei dem geplanten Becken handelt es sich um ein überörtlich wirkendes Becken mit einem Speicherinhalt von 37.000 m³. Die zuwendungsfähigen Baukosten belaufen sich voraussichtlich, bei einer zweijährigen Bauzeit auf rund 1,8 Millionen Euro. Daran beteiligt sich das Land Baden-Württemberg durch eine Förderung nach Förderrichtlinie Wasserwirtschaft mit einem Zuschuss in Höhe von 70 % bzw. rund 1,3 Millionen Euro.
 
"Das zurückliegende Hochwasser im Frühjahr 2016 hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass das Risiko für Leib und Leben, für unsere Umwelt, für die Wirtschaft und für unsere Kulturgüter real ist", so Andre Baumann bei der Übergabe des Bescheides. Damit aus dem Risiko keine Katastrophe wird, misst die Landesregierung dem Schutz vor Hochwasser eine hohe Priorität bei. Regional und lokal unterstützt das Land Baden-Württemberg Verbände und Kommunen bei Ihren Projekten zum Hochwasserschutz. Trotz aller Anstrengungen werde es einen hundertprozentigen Hochwasserschutz nicht geben. Das Land setze daher auf eine ganzheitliche Hochwasserschutzstrategie. Neben dem technischen Hochwasserschutz seien dies das Hochwassermanagement und die Hochwasservorsorge.
 
Durch die Förderung des Landes für Hochwasserschutzmaßnahmen wurden in Wiesloch viele wichtige städtebauliche Entwicklungsprojekte angestoßen, die nicht nur eine größere Sicherheit vor Hochwässern mit sich gebracht haben, sondern vor allem auch zu einer ökologischen Aufwertung der ausgebauten Bachabschnitte, verbunden mit einer Wiedererlebbarkeit des Gewässers für die Bevölkerung, geführt haben. Die Bäche rücken damit wieder in den Mittelpunkt des dörflichen und städtischen Umfeldes. Nicht zuletzt wurden entlang der Gewässer wichtige innerörtliche Erschließungswege für den Rad- und Fußverkehr angelegt. Nicht zufällig deckt sich dies mit dem Maßnahmenprogramm aus INSEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept).
 
Ergänzende Informationen:
Der ehemalige Abwasserverband Leimbach-Angelbach wurde im Jahre 2004 um den Aufgabenbereich Hochwasserschutz erweitert. Ziel des neuen Abwasser- und Hochwasserschutzverbandes Wiesloch (AHW Wiesloch) ist der Schutz der im Einzugsbereich liegenden Ortschaften Wiesloch, Rauenberg, Mühlhausen, Dielheim und Leimen. Hochwasserereignisse führten im Einzugsgebiet immer wieder zu Überflutungen und Schäden in Millionenhöhe. Die daraufhin erstellte Hochwasserschutzkonzeption auf Grundlage einer Flussgebietsuntersuchung auf einer Fläche von insgesamt 115 km² mit neuesten hydrologischen Erkenntnissen, sieht den Bau von acht
überörtlich wirkende Hochwasserrückhaltebecken, den Ausbau von zwei vorhandenen Becken mit insgesamt 1.030.200 m³ Rückhaltevolumen vor, die das Hochwasser vorübergehend zurückhalten und nach Durchlaufen der Hochwasserwelle schadlos abgeben. Ergänzt wird die Wirkung der Hochwasserrückhaltebecken durch 10 innerörtliche Gewässermaßnahmen am Leimbach und Waldangelbach, Gauangelbach z.B. Uferdamm, Gewässeraufweitungen etc., die neben der hydraulischen Leistungsfähigkeit auch eine Verbesserung des ökologischen Zustandes der Bachläufe nach sich ziehen.

Inzwischen wurden vom Zweckverband sieben überörtlich wirkende Hochwasserrückhaltebecken, und fünf der innerorts wirkenden Maßnahmen fertig gestellt. Schon jetzt reduzieren diese Anlagen die Abflussmenge in den Gewässern, wie mehrere, zum Teil auch große Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren gezeigt haben. Der gleichwertige Schutz im gesamten Verbandsgebiet vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis wird jedoch erst mit Fertigstellung aller in der Schutzkonzeption vorgesehenen Hochwasserrückhaltebecken und Gewässermaßnahmen erreicht. Aktuell befinden sich wieder mehrere Projekte in der Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsphase.