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Wanderungshindernisse im Leimbach werden beseitigt

In den nächsten Wochen werden am Leimbach Sohlschwellen und Abstürze durch Raue Rampen aus Naturstein ersetzt.

Die Sohlschwellen und Wehranlagen am Leimbach bilden für die im Wasser lebenden Tiere eine Barriere, die nicht überwunden werden kann. Zur Herstellung der Durchgängigkeit werden sie in den nächsten Wochen durch sogenannte Raue Rampen ersetzt.

Nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die in nationales Recht umgesetzt wurde, ist entlang von Gewässern erster und zweiter Ordnung die sogenannte Durchgängigkeit herzustellen. Dies betrifft auf Wieslocher Gemarkung die Gewässer von Leimbach, Waldangelbach und Gauangelbach. Die Sohlschwellen und Wehranlagen aus historischer Wassernutzung verhindern die Wanderungsbewegungen von Fischen und anderen im Gewässer lebenden Tieren und Pflanzen. Diese Anlagen sind in sogenannten Programmstrecken erfasst und werden im Rahmen der Gewässerausbaumaßnahmen nun Stück für Stück abgebaut. In der Wieslocher Innenstadt handelt es sich um zwei Anlagen, die in den nächsten Wochen unter der Regie des Abwasser- und Hochwasserschutzverbandes (AHW) umgebaut werden.

Unterhalb der „Torbrücke“ der Hauptstraße über den Leimbach werden die Sohlschwellen für die Ableitung des Gewerbekanals an der Insel abgebaut und durch Raue Rampen aus Naturstein ersetzt. Dies bedeutet, dass der bisherige Absturz mit dem entsprechenden Höhenunterschied durch eine Natursteinrampe auf eine Länge von mehreren Metern verzogen wird. Ein bestimmtes Gefälle darf dabei nicht überschritten werden und auch bei Niedrigwasser muss innerhalb des neuen Bachbettes für eine Mindestwasserhöhe gesorgt werden. Gestern wurde zunächst einmal das schwere Gerät in den Leimbach gehoben mit dem in den nächsten Tagen der Abbruch der vorhandenen Anlagen erfolgen soll. Zunächst müssen jedoch die Fische in dem betroffenen Bachabschnitt gerettet und weiter bachabwärts wieder ausgesetzt werden. Dies erfolgt mit der sogenannten Elektro-Befischungsmethode, mit der die Fische nur leicht betäubt werden.

Ein Bagger steht am Bachufer.

Die Ausbaumaßnahme steht im Zusammenhang mit dem bereits erfolgten Bau des Hochwasserrückhaltebeckens in Schatthausen und ist als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den dort erfolgten Eingriff vorgesehen. Sie wird deshalb mit 70 Prozent der Kosten in Höhe von insgesamt rund 150.000 Euro vom Land im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahmen bezuschusst.

Eine weitere Schwelle befindet sich im Leimbach oberhalb Höhe der Zufahrtsbrücke zum Rathaus. Dort wird am 12. August dieses Jahres mit einer vergleichbaren Maßnahme begonnen werden. Bis Anfang September zu „Wein und Markt“ soll der Großteil der Maßnahmen abgeschlossen sein.