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Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, Marktplatz

Karel Fron:
Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, 1986/88.

Bronze und Granit.
Vierteilige Gruppenplastik.





Eine Zeitspirale, die sich von der Vorgeschichte der Stadt Wiesloch bis in die Zukunft entwickelt: Die 3 Granitstufen sind gleichzeitig Symbole für Wiesloch mit den eingemeindeten Orten Baiertal und Schatthausen. Der ehemalige mittelalterliche Ziehbrunnen an dieser Stelle bestand aus einem Ring, einer Säule und dem noch vorhandenen Brunnenschacht. In dem Brunnenring liegt ein Flachrelief aus Bronze (Durchmesser 1,25 m); es zeigt eine Vergrößerung des Siegels König Rudolf von Habsburg *. Die Reiterfigur aus Bronze (60 x 65 x 20 cm) auf der Granitstele (Höhe 2,70 m) zeigt die Rittergestalt des "Minnesängers von Wissenlo" * aus der "Manessischen Liederhandschrift" * - als Symbol der "Vergangenheit". Der alte Mann, Bronze (lebensgroß), auf der obersten Stufe sitzend, versunken in das Zurückliegende - das Buch in seinen Händen haltend - ist das Symbol der "Gegenwart". Seine Blickrichtung deutet die Hinwendung zum Kommenden an, zur zweiten Figur, dem jungen Mädchen aus Bronze (lebensgroß), Verkörperung von "Jugend und Zukunft", fortschreitend auf der Zeitspirale des Lebens - sichtbar als weiße Marmorlinie.

Standort: Auf dem Marktplatz, vor dem neuen Rathaus, an der Stelle des ehemaligen mittelalterlichen Ziehbrunnens und des noch vorhandenen Brunnenschachtes.

Aufgestellt 1988, zum Jubiläum "700 Jahre Stadtrecht Wiesloch" (Urkunde von Pfalzgraf Ludwig II, vom 07.01.1288).

Finanziert von der Stadt Wiesloch und einer Spendenaktion des "Kunstkreises Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.".

Abbildung im Ausstellungskatalog "Karel Fron" des Kunstkreises 1993, Seite 28 bis 36 und im Sonderprospekt.

Kunstwerke in Wiesloch von Karel Fron

Bacchusquelle, 1986/87

Bacchusquelle, Fußgängerzone

Standort: Ecke Hauptstraße/Adenauerplatz.

Bronze.

Auf einem Quellstein (Durchmesser 1 m) befindet sich auf einer Malerpalette aus Bronze ein abnehmbarer Weintraubendeckel (50 x 90 x 37 cm), darunter ein halb liegender Bacchus (römischer Gott der Fruchtbarkeit und des Weines), (30 x 52 x 30 cm), der durch Drehen an einer kleinen Schnecke Wein speien kann - wenn man ein Weinfässchen anschließt. Hier findet alljährlich Ende August/Anfang September der Auftakt des einwöchigen "Kurpfälzischen Winzerfestes" statt. Der Traubendeckel bleibt nur während der Winzerfestzeit abgehoben.

Aufgestellt im August 1987 zum Winzerfest.
Gestiftet vom "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch, zu seinem 10-jährigen Bestehen.

Abbildung unter anderem im Katalog "1. Kreiskulturwoche 1989" des Rhein-Neckar-Kreises und Ausstellungskatalog "Karel Fron" des Kunstkreises, 1993, Seite 38.
  

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, 1986/88

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft, Marktplatz

Standort: Marktplatz, vor dem Rathaus.

Bronze und Granit.
Vierteilige Gruppenplastik.

Eine Zeitspirale, die sich von der Vorgeschichte der Stadt Wiesloch bis in die Zukunft entwickelt: Die 3 Granitstufen sind gleichzeitig Symbole für Wiesloch mit den eingemeindeten Orten Baiertal und Schatthausen. Der ehemalige mittelalterliche Ziehbrunnen an dieser Stelle bestand aus einem Ring, einer Säule und dem noch vorhandenen Brunnenschacht. In dem Brunnenring liegt ein Flachrelief aus Bronze (Durchmesser 1,25 m); es zeigt eine Vergrößerung des Siegels König Rudolf von Habsburg *. Die Reiterfigur aus Bronze (60 x 65 x 20 cm) auf der Granitstele (Höhe 2,70 m) zeigt die Rittergestalt des "Minnesängers von Wissenlo" * aus der "Manessischen Liederhandschrift" * - als Symbol der "Vergangenheit". Der alte Mann, Bronze (lebensgroß), auf der obersten Stufe sitzend, versunken in das Zurückliegende - das Buch in seinen Händen haltend - ist das Symbol der "Gegenwart". Seine Blickrichtung deutet die Hinwendung zum Kommenden an, zur zweiten Figur, dem jungen Mädchen aus Bronze (lebensgroß), Verkörperung von "Jugend und Zukunft", fortschreitend auf der Zeitspirale des Lebens - sichtbar als weiße Marmorlinie.
Standort: Auf dem Marktplatz, vor dem neuen Rathaus, an der Stelle des ehemaligen mittelalterlichen Ziehbrunnens und des noch vorhandenen Brunnenschachtes.
Aufgestellt 1988, zum Jubiläum "700 Jahre Stadtrecht Wiesloch" (Urkunde von Pfalzgraf Ludwig II, vom 07.01.1288).

Finanziert von der Stadt Wiesloch und einer Spendenaktion des "Kunstkreises Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.".

Abbildung im Ausstellungskatalog "Karel Fron" des Kunstkreises 1993, Seite 28 bis 36 und im Sonderprospekt.
     

Gedenktafel Reichspogromnacht 8./9. November 1938, 1988

Gedenktafel Reichspogromnacht, Synagogengasse

Standort: Synagogengasse.

Bronze, 1,17 x 1,12 m.

Bronzetafel - bewusst zerbrochen - mit vergoldetem Davidstern, in dessen Zentrum als Relief die Umrisse der ehemaligen Wieslocher Synagoge sichtbar werden. In einem Schenkel des Sterns ist die hebräische Inschrift eingraviert: "Seht, lasset uns geh'n zum Hause des Herrn."
Die Bronzetafel ist angebracht am Standort der ehemaligen Synagoge, die erst 1957 abgerissen wurde. Von dem Gebäude selbst erhalten blieb nur das Eingangsportal, das in die Mauer des jüdischen Friedhofs eingelassen wurde.

Eingeweiht am 9. November 1988.

Finanziert von der Stadt Wiesloch.
Abbildung im Ausstellungskatalog "Karel Fron" des Kunstkreises 1993, Seite 37.
    

Gedenkstätte zum 48. Jahrestag der Deportation jüdischer Mitbürger, 1993

Gedenkstätte Deportation jüdischer Mitbürger, Bahnweg

Standort: Am Judenfriedhof, Ecke Merianstraße/Bahnweg.

Bronzeplatte (62 x 71 cm) mit zerbrochenem Davidstern (1,29 x 1,18 m), auf der in arabischer Schrift die 45 Namen der nach Gurs/Frankreich verschleppten Wieslocher Bürger, von denen nur sechs überlebten, eingraviert sind.
Die Gedenktafel soll die Unzerstörbarkeit des Davidsterns symbolisieren, der jedem Vernichtungswillen, auch dem totalen der Nazis, trotzt.

Eingeweit am 22. Oktober 1993.
Finanziert von der Stadt Wiesloch.
    

Minnesänger von Wissenlo, 1984

Minnesänger von Wissenlo

Kleinplastik-Edition, als Verleihungsobjekt.

Bronze. 21 x 21 x 6 cm,
Sockelplatte 4 x 12 x 6 cm.

Edition als Verleihungsobjekt exklusiv für den "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch.
Finanziert vom "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch.

Abbildung unter anderem im Ausstellungskatalog "Karel Fron" des Kunstkreises, 1993, Seite 65.
    

Drei großformatige Wandgemälde, 1996

Wandgemälde, Café Behr Hauptstraße

Standort: Im Café Behr, untere Hauptstraße.

Mischtechnik auf Leinwand,
1,50 x 2,80 m, 1,70 x 1,80 m, 1,80 x 1,70 m.

Eingeweiht am 24. September 1996.
Finanziert von Firma Berthold Sachs.
   
   
  
  

Zwei Pferde-Portraits, 1975 und 1987

Zwei Pferde-Portraits, Nähe Fußgängerzone

Standort: Hesselgasse, im Bereich des historischen roten Sandsteintorbogens, mit dem Wappen der Kaiserlichen Posthalterei Thurn und Taxis*, dem doppelköpfigen Adler von 1747.

"Maja" 1975 und "Gajo" 1987,
Bronze, lebensgroß, auf Carrarasplit-Betonstele.
 
Der Standort hat einen historischen Bezug zu der dort im 18. Jahrhundert ansässigen Posthalterei.

Aufgestellt am 4. Mai 2007.
Finanziert von Familie Dr. Helmut Bergdolt, Wiesloch.
  

Flötenspieler, 1983/2008

Flötenspieler, Adenauerplatz

Standort: Auf einer Betonsäule im Wasserbereich in der Brunnengalerie auf dem Adenauerplatz.

Bronze (55 x 80 x 30 cm),
auf einer Betonsäule (Höhe 1,35 m), es ist eine Vergrößerung der Kleinplastik von 1983 (27 x 14 x 16 cm).

Eingeweiht: 15. März 2008.
Finanziert von der "Bürgerstiftung Kunst für Wiesloch e.V.".
   


Karel Fron in Wiesloch

  • 1982 "Karel Fron - Skulpturen und Werkzeichnungen", Ausstellung des "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", 35 Skulpturen, 55 Zeichnungen (mit Katalog).
  • 1984 Kleinplastik "Minnesänger von Wissenlo".
  • 1985 Vignette für die Weinglas-Edition "Künstlerzeichnungen auf Glas" des "Kunstkreises Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch. (Auflage 150 Exemplare).
  • 1987 Graphikedition "Pegasus" für den "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch (Auflage 150 Exemplare).
    "Bacchusquelle", Wieslocher Weinbrunnen.
    "Jubiläum", Graphikedition, DIN A5, Auflage 60 Exemplare, als "Eintrittskarte" * zum Kunstkreisfest.
  • 1988 Kleinplastik "Jugend" (Auflage 30 Exemplare), Bronze, 33 x 14 x 9 cm. Edition für den "Kunstkreis Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch.
    Vierteilige Gruppenplastik "Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft".
    "Gedenktafel Reichskristallnacht 1938".
  • 1990 "Weinschlauch"-Brunnen in Rauenberg.
  • 1992 "Kurier", Graphikedition (40 x 48 cm), Auflage 150 Exemplare, in der Reihe "Kunst und Wein" des Kunstkreises sowie für den Winzerkeller als Weinflaschenetikett.
  • 1992/93 Grundstein - Bodenplatte im Palatin Kultur- und Kongresszentrum, Wiesloch.
    1993 Große Retrospektive mit Katalog: "Atelier, Skulpturen, Malerei", des "Kunstkreises Südliche Bergstraße-Kraichgau e.V.", Wiesloch. (165 Exponate, dazu in einem Teilbereich der umfangreichen Ausstellung Nachbildung seines Münchener Ateliers mit Skizzen, Vorzeichnungen, Wachs-, Ton- und Gipsmodellen, Katalog).
    "Gedenkstätte zum 48. Jahrestag der Deportation jüdischer Mitbürger".
  • 1996 Drei großformatige Wandgemälde im Café Sachs.
  • 2007 "Zwei Pferdeportraits", Bronze, zur Erinnerung an die Kaiserliche Posthalterei Thurn und Taxis seit 1742.
    Idee und Architektonischer Vorentwurf der sogenannten "Brunnen-Galerie" auf dem Adenauerplatz, Wiesloch. Brunnen, 5 x 9 m, die Skulpturen der acht beteiligten zeitgenössischen Künstler haben unterschiedliche Themen und sind aus verschiedenen Materialien.

* Hintergrundwissen siehe unter Otmar Alt.



* König Rudolf von Habsburg war König von 1273 bis 1291, er siegelte die Urkunde mit der ersten Benennung Wieslochs als Stadt.

* Der "Minnesänger von Wissenlo" ist nicht, wie oft falsch zitiert, Konrad von Wissenlo, sondern der Dichter Heinrich I. Swendinger von Wissenloch (1245 - 1291). Er gehörte den Herren von Wissenloch an, einem Adelsgeschlecht Mitte des 13. Jahrhunderts und ist somit ein Dichter der Spätphase des Minnesanges. Seine Familie ist vom 12. bis Anfang 14. Jahrhundert nachweisbar, sie hatte ihre Stammburg in Wiesloch. Mit zwei Minneliedern ist er im "Codex Manesse" vertreten. Diese sogenannte "Große Heidelberger Liederhandschrift" gilt als die schönste, repräsentativste und aufschlussreichste Liedersammlung des Mittelalters, sie ist der kostbarste Schatz der Heidelberger Universitätsbibliothek. Eine der Farbtafeln zeigt den "Herrn von Wissenlo", den wichtigsten Vertreter des mittelalterlichen Minneliedes im damals alemannischen Raum. Zwei seiner Minnelieder sind in der Liederhandschrift abgedruckt. Der Literaturwissenschaftler Josef Nadler bezeichnet ihn als Epiker unter den Lyrikern. In seinem "Tageslied" sprechen zwei Liebende miteinander, die sich bei Sonnenaufgang trennen müssen. Beide Gedichte und die Farbtafel befinden sich im Heimatmuseum Wiesloch.

* Der "Codex Manesse" wurde von dem Chorherrn Rüdiger Manesse in Zürich, dessen Familie die Lieder der Minnesänger sammelte, wohl im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts in Auftrag gegeben. 1878 kam sie nach schwierigen Verhandlungen aus der Pariser Bibliothéque Nationale nach Heidelberg zurück. Ursprünglich war sie im Privatbesitz von Kurfürst Friedrich von der Pfalz, der die damals erworbene Kostbarkeit glücklicherweise nicht in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges vom Papst annektierten "Bibliotheca Palatina" integriert hatte. Erst die in Not geratene Witwe des Kurfürsten hatte den Codex verkauft und zwar an den Bibliothekar Ludwigs XIV.