Besuch der Delegation aus Sturgis: Empfang im Palatin Wiesloch

OB Elkemann und BM Sauer begrüßen die Gäste aus unserer amerikanischen Partnerstadt Sturgis.
OB Elkemann und BM Sauer begrüßen die Gäste aus unserer amerikanischen Partnerstadt Sturgis. | © Stadt Wiesloch

Seit Sonntagnachmittag, 03.05., kann die Stadtverwaltung Wiesloch 13 Gäste aus Wieslochs amerikanischer Partnerstadt Sturgis offiziell empfangen.

Die Delegation um Bürgermeister Frank Perez war zuvor am Mittag am Frankfurter Flughafen angekommen und anschließend in die Stadt gebracht worden.
Der offizielle Empfang fand am Abend im Palatin statt. Oberbürgermeister Dirk Elkemann begrüßte die Gäste – auch auf Englisch – gemeinsam mit Bürgermeister Ludwig Sauer. Anlass des Besuchs ist das 60-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Wiesloch und Sturgis.
Der amtierende Bürgermeister Frank Perez sowie der ehemalige Bürgermeister Ken Malone dankten in ihren Grußworten für die langjährige und verlässliche Verbundenheit zwischen beiden Städten. Dabei wurde besonders hervorgehoben, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, internationale Freundschaften aktiv zu pflegen. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit. Die Verbindung über einen Ozean hinweg erfordere kontinuierlichen Austausch und Engagement. Umso bedeutender seien persönliche Begegnungen, die Unterbringung in Gastfamilien sowie gemeinsame Aktivitäten, durch die gegenseitiges Verständnis und Perspektivwechsel ermöglicht werden.
Unter dem Leitgedanken „We are all human kind – we are human, we are kind“ wurde die gelebte Freundschaft zwischen den Städten deutlich sichtbar. In sehr herzlicher Atmosphäre wurden Gastgeschenke ausgetauscht und eine Urkunde aus den USA überreicht. Der Abend war geprägt von großer Wertschätzung und zahlreichen persönlichen Begegnungen.
Ein besonderer Dank gilt den Gastfamilien, dem Verein der Wieslocher Städtepartnerschaften sowie dem Team der Städtepartnerschaften um Tina König-Fehres und Carina Stillhammer der Stadtverwaltung für die Organisation dieses Besuchs.
Im Rahmen des Aufenthalts wird die Delegation eine Woche in Wiesloch sowie in der Region verbringen, unter anderem mit Besuchen in Heidelberg und Speyer. Außerdem steht natürlich eine ausführliche Stadtbesichtigung Wieslochs an, sowie ein Besuch des Winzerkellers der Winzer von Baden.
 
Ein Blick auf die Entstehung der Städtepartnerschaft
Die Ursprünge der Partnerschaft zwischen Wiesloch und Sturgis reichen in das Jahr 1966 zurück. Vom 17. bis 20. Juli 1966 gastierte der Schülerchor mit Orchester „Musical Youth International“ in Wiesloch. Eingeladen wurde das Ensemble vom Gymnasium Wiesloch. Die Organisation lag in den Händen von Studienassessor Dr. Horst Jäckel, der bereits seit mehreren Jahren in engem Kontakt mit dem Chorleiter Lester McCoy stand.
Der Chor stammte aus der Region um die Universitätsstadt Ann Arbor in Michigan, zu der auch Sturgis gehört. Er war Teil des 1956 vom damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufenen „People-to-People“-Programms, das der Förderung internationaler Völkerverständigung und dem Aufbau von Freundschaften zwischen Nationen diente.
Bereits im April 1966 unterbreitete Carl H. Zwinck, Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees von People-to-People in Ann Arbor, dem damaligen Wieslocher Bürgermeister Philipp Hilswicht den Vorschlag einer Partnerschaft zwischen Sturgis und Wiesloch. Anlass war die geplante Chorreise nach Deutschland.
Wenige Tage vor dem Konzert beschloss der Wieslocher Gemeinderat im Juli 1966 die offizielle Städtepartnerschaft mit Sturgis. Damit war sie die erste Partnerschaft Wieslochs mit einer ausländischen Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. 1967 wurden die Partnerschaftsurkunden in deutscher und englischer Sprache feierlich unterzeichnet. Ab 1977 folgten erste Studentenaustausche, die die Verbindung weiter intensivierten.
Die Bedeutung dieser Partnerschaft ist bis heute besonders hervorzuheben. Nur 21 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war eine solche Verbindung keineswegs selbstverständlich. Die Erinnerung an die Kriegsjahre war noch sehr präsent, viele Beteiligte hatten diese Zeit selbst erlebt. Umso bemerkenswerter ist es, dass engagierte Persönlichkeiten auf beiden Seiten bereit waren, die Hand der Freundschaft zu ergreifen und neue transatlantische Beziehungen aufzubauen.
Besonders prägend war dabei die Freundschaft zwischen Dr. Horst Jäckel und Lester McCoy, die bereits vor der offiziellen Partnerschaft in engem Kontakt standen und den kulturellen Austausch maßgeblich vorantrieben. Gemeinsam mit weiteren Schlüsselpersonen legten sie den Grundstein für eine Städtepartnerschaft, die bis heute von lebendigem Austausch und gegenseitiger Verbundenheit geprägt ist.