StadtverschönerInnen-Projekt

Pflegefläche mit blühenden Frühlingsblumen am Waldangelbach.
Pflegefläche mit blühenden Frühlingsblumen am Waldangelbach. | © Stadt Wiesloch

Ehrenamtliche Begrünung städtischer Flächen. Seit vielen Jahren wird die Stadtgärtnerei bei ihrem täglichen Bemühen um eine attraktive Stadt mit liebenswerten Ortsteilen von ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt, die in ihrem persönlichen Umfeld Blumenkästen und Bäume gießen, Beete an Feldkreuzen pflegen oder triste Baumscheiben durch bunte Staudenpflanzungen aufwerten. Die Stadt möchte dieses ehrenamtliche Engagement gezielt würdigen und fördern: Im Rahmen des StadtverschönerInnen-Projekts können Bürgerinnen und Bürger die Patenschaft für eine städtische Kleingrünfläche in ihrer Nachbarschaft übernehmen und diese langfristig bepflanzen und pflegen. Ziel ist dabei nicht nur die Verschönerung von vernachlässigten Grünflächen mit Blumen, sondern vor allem auch eine ökologische Aufwertung durch artenreiche und insektenfreundliche Mischpflanzungen.

Für die Übernahme einer Patenschaft eignen sich Baumscheiben – also die unversiegelten Flächen um Stadtbäume herum – oder andere öffentliche Kleingrünflächen, wie zum Beispiel Grünstreifen an Gehwegen oder Parkplätzen. Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Bepflanzung, Aufwertung und Pflege dieser Flächen beteiligen möchten, können sich mit ihren Vorschlägen und Ideen an die Umweltstelle der Stadt Wiesloch wenden und erhalten auf Wunsch einen Beratungstermin, bei dem das weitere Vorgehen abgestimmt werden kann:

E-Mail: umweltschutz@wiesloch.de
Telefon: 06222 84-4974

Ausgewählte Patenflächen werden mit einer Plakette kenntlich gemacht, um die Umgebung auf die Fläche aufmerksam zu machen und zu verhindern, dass auf den Flächen Müll hinterlassen, Fahrräder abgestellt oder Hunde ausgeführt werden.

Damit die Bepflanzung und anschließende Pflege der städtischen Kleinflächen gelingt, möchten wir Ihnen hier ein paar Hilfestellungen und Regeln mitgeben.

Allgemeine Regeln

  • auf insektenfreundliche und standortgerechte Bepflanzung achten
  • Verzicht auf Plastik; besser natürliche Materialien verwenden
  • Bodenaustausch ist möglich; keine Verwendung von Schotter oder Kies!
  • keine Anpflanzung von giftigen oder kletternden Pflanzen
  • regelmäßige Pflege der Flächen, wie beispielsweise Schnitt, regelmäßiges Gießen und Entfernen von Beikraut
  • gerne auch Anbringen von Insektenhotels, Vogelhäuschen und Vogeltränken sowie Strukturelementen aus Totholz und Steinen

Bepflanzung von Baumscheiben

  • Als Baumscheibe wird der unversiegelte Bereich rund um einen Stadtbaum bezeichnet, unter dem die Wurzeln liegen. Häufig wird dieser durch eine Einfassung begrenzt.
  • Für den vorhandenen Baum muss eine Gießpatenschaft übernommen werden, d. h., der Baum muss – vor allem in trockenen Perioden – ausreichend gegossen werden.
  • Für die Bepflanzung von Baumscheiben eignen sich verschiedene Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblumen oder flachwurzelnde Stauden (bis 70 cm Höhe), wie zum Beispiel:
    > Frühjahrsblüher: Hohler Lerchensporn, Bärlauch, Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher
    > Sommerblumen, Kräuter und Stauden: Wiesen-Salbei, Johanniskraut, Storchschnabel, Klatschmohn, Königskerze, Schafgarbe, Margerite, Frühlingsschlüsselblume, Ringelblume
  • Um die Baumwurzeln nicht zu beschädigen, sollte um den Stammfuß herum etwas Platz gelassen und der Boden nur bis zu einer Tiefe von 10 cm bearbeitet werden.
  • Detailiertere Informationen zur Bepflanzung von Baumscheiben siehe: Seite NABU Berlin

Bepflanzung von anderen Standorten

  • Auf anderen Kleingrünflächen sind je nach Beschaffenheit und Tiefe des Bodens neben Stauden auch Zwiebelpflanzen möglich, zum Beispiel: Türkenbund-Lilie, Kleine Traubenhyazinthe, Schopfige Traubenhyazinthe, Dichter-Narzisse, Dolden-Milchstern, Scharbockskraut, Zweiblättriger Blaustern
  • An sonnigen Standorten kann gerne auch Wildblumensaatgut für eine insektenfreundliche Blühwiese ausgesät werden. Dabei ist unbedingt auf eine einheimische Saatgutmischung zu achten und in den ersten Wochen die Erde feucht zu halten.

Zum Hintergrund

Das weltweite Artensterben, das insbesondere durch die Zerstörung und Fragmentierung natürlicher Lebensräume angetrieben wird, betrifft vor allem Insekten: Rund 40 Prozent aller Insektenarten sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Mit einem hohen Begrünungsanteil in Innenstädten und der Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen kann dem Rückgang der Insekten gezielt entgegenwirkt werden. Gleichzeitig hat die Begrünung und ökologische Aufwertung städtischer Kleinflächen positive Nebeneffekte für den Menschen: Sie trägt zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Bindung von Staub und zur Verschönerung des Stadtbilds bei. Auf diese Weise verbindet das StadtverschönerInnen-Projekt den Schutz der Artenvielfalt mit einem direkten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort.