Geförderte Klimaschutz-Maßnahmen

Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene gibt es zahlreiche Förderungen, die Städte und Gemeinden beim Klimaschutz unterstützen. Wiesloch nutzt diese Angebote, um zusätzliche Klimaschutzprojekte zu finanzieren. Eine Auswahl aktueller, geförderter Projekte in Wiesloch finden Sie hier:

Fußballplatz Frauenweiler mit Flutlichtmasten.
Fußballplatz Frauenweiler mit Flutlichtmasten. | © Stadt Wiesloch

Flutlichtbeleuchtung an Sportplätzen

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: 
Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.

Förderungslogo mit dem Text: Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die Nationale Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Klimaangepasstes Waldmanagement

Wiesloch wird seit 2023 jährlich (maximal für 10 Jahre) für klimaangepasstes Waldmanagement mit 19.000 €/Jahr gefördert. Dabei geht es um eine Fläche von 228 Hektar Wald.
Durch die jährliche Zertifizierung durch PEFC verpflichtet sich die Stadt, dass diese Waldfläche in Übereinstimmung mit den Waldbewirtschaftungsanforderungen der deutschen Bundesregierung bewirtschaftet wird, die im Rahmen des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement” im Jahr 2022 definiert wurden. Das bedeutet unter anderem, dass 5 % der Fläche (11,41 Hektar) einer natürlichen Waldentwicklung überlassen werden.
Die Kriterien der Zertifizierung sind hier näher beschrieben: Klimaanpassung Wald

Energiemanagement

Der Bund fördert über die Kommunalrichtlinie die Einführung eines Energiemanagements für städtische Gebäude und zur Umsetzung eine Personalstelle für 3 Jahre. Wiesloch hat erfolgreich einen Antrag gestellt, als finanzschwache Kommunen eine Förderung über 90 % bewilligt bekommen und kann mit der Maßnahme im Juli 2026 starten.
Unter Energiemanagement versteht man die kontinuierliche Begehung und Betreuung von Gebäuden und deren Nutzern, mit dem Ziel, eine Minimierung des Energieverbrauchs bzw. der Energiebezugskosten zu erreichen. Der Schlüssel für den Erfolg liegt dabei in der Koordination und Zusammenführung einer Vielzahl von Aufgaben, dazu zählen:

  • eine systematische Energieverbrauchserfassung und Kontrolle,
  • eine Analyse und Optimierung der Gebäudetechnik, der dort installierten technischen Einrichtungen und deren Nutzung,
  • die Überprüfung und Optimierung der Regelungseinrichtungen,
  • die Überprüfung und ggf. Anpassung der Energiebezugsverträge,
  • die Lenkung von Wartungs- und Instandhaltungsbemühungen,
  • die Schulung der Gebäudeverantwortlichenund schließlich auch die Motivierung der Nutzer zu energiesparendem Verhalten.

Stadtwingertanlage

Wasserbecken mit neugestalteten Kräuterbeeten im Hintergrund.
Wasserbecken mit neugestalteten Kräuterbeeten im Hintergrund. | © Stadt Wiesloch

Die Stadtwingertanlage, südlich des Gerbersruhparks gelegen, wurde in den 60er Jahren angelegt und 2024/25 saniert. Dank öffentlicher Zuschüsse wurde aus der sanierungsbedürftigen Grünanlage ein modernes, ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet. „Die Stadtwingertanlage ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Städte auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren können – durch grüne Infrastruktur, naturnahe Gestaltung und gemeinschaftliche Nutzung“, sagte Bürgermeister Dirk Elkemann in seiner Ansprache bei der Einweihung im Mai 2025.
Die Stadt Wiesloch investierte rund 1.000.000 Euro in die Umgestaltung. Davon wurden knapp 700.000 Euro über das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ gefördert. Ziel war es, die Anlage nicht nur optisch aufzuwerten, sondern sie auch an die Folgen des Klimawandels anzupassen: Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregenereignisse.

Die ursprüngliche Struktur der Anlage wurde behutsam modernisiert. Asphaltierte Wege wichen versickerungsfähigem, hellem Pflaster, das Hitzeinseln vermeidet und Wasser besser aufnimmt. Der alte betonierte Bachlauf wurde zurückgebaut und durch ein naturnah gestaltetes Bachbett ersetzt. Besonders augenfällig ist die neue Pflanzengestaltung: Der historische Baum- und Strauchbestand wurde ergänzt durch klimaresistente Neupflanzungen wie Zerr-Eichen, Hopfenbuchen und einem Säulen-Feldahorn. Statt kurzgeschorenem Rasen dominieren jetzt artenreiche Wiesenflächen. Entlang der Wege blühen insektenfreundliche Präriestauden, die Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern Nahrung bieten. 

Der Erhalt der Wasserbecken war insbesondere aus Artenschutzgründen wichtig. Im Frühjahr und Sommer sind die sich erwärmenden Wasserbecken eine ideale Kinderstube für die streng geschützten Wechselkröten.

Für die Bewässerung der Grünflächen wird Regenwasser von der angrenzenden Gerbersruhstraße gesammelt, gefiltert und in einer 11.000 Liter fassenden Zisterne gespeichert – ein ökologisch durchdachtes Regenwassermanagement.

Auch die soziale Komponente kam bei der Neugestaltung nicht zu kurz. Neue Sitzgelegenheiten – von Bänken über Wellenliegen bis zur Hängematte – laden zum Verweilen ein. Eine große Liegewiese sowie ein beschatteter Aufenthaltsbereich schaffen zusätzliche Erholungsorte. An heißen Tagen sorgt ein neu installierter Trinkwasserbrunnen für kostenlose Erfrischung. 
Ein besonderer Blickfang ist der neue Internationale Kräutergarten, ein Urban-Gardening-Projekt des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Wiesloch e. V.. In barrierefrei zugänglichen Hochbeeten können Menschen aus verschiedensten Kulturen gemeinsam pflanzen, pflegen und ernten – ein Mitmachangebot für gelebte Integration und Biodiversität. Die Umsetzung wurde durch Projektpartner wie die Volksbank Kraichgau unterstützt.

Mit der Neugestaltung der Stadtwingertanlage ist Wiesloch ein zukunftsweisendes Beispiel für die Verbindung von Klimaanpassung, Artenvielfalt und Bürgerbeteiligung gelungen. Die Stadt zeigt, wie kommunale Grünflächen multifunktional genutzt und an die Bedürfnisse von Mensch und Natur angepasst werden können. Die Anlage steht nun allen Wieslocherinnen und Wieslochern sowie Besucherinnen und Besuchern offen – als Ort der Erholung, der Begegnung und des Engagements.

Entsiegelung

Im 2. Quartal 2026 werden die beiden Verkehrsinseln in der Südlichen Zufahrtstraße bzw. Schillerstraße entsiegelt und begrünt. Dazu nutzt die Stadt den KfW-Zuschuss Nr. 444 („Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“), der auf die Schaffung von Grünstrukturen, die Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen und die Förderung der Artenvielfalt ausgerichtet ist. Über den Zuschuss kann Wiesloch 80 % der anfallenden Entsiegelungskosten finanzieren.

Zu den umzusetzenden Schritten zählen insbesondere die Entfernung des Betonpflasters und des darunterliegenden Sand-Kies-Gemischs, das Aufbringen eines geeigneten Bodensubstrats sowie die Bepflanzung mit einer Staudenmischung. Ziele der Maßnahme sind eine Reduzierung der Hitzebelastung im Straßenraum, eine Entlastung der Kanalisation bei Starkregen sowie eine Verbesserung des Nahrungsangebots für Insekten. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Umsetzung des städtischen Klimaschutzkonzepts, welches Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen (O‑9) vorsieht.

Kontakt

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Umwelt- und Klimaschutz, Lokale Agenda
Marktstraße 13
69168 Wiesloch

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