Die Stadt liegt im Département Hauts-de-Seine in der Region Île-de-France und hat zirka 23.000 Einwohner. Die Entfernung zum Zentrum von Paris beträgt etwa neun Kilometer. Die französische Atomenergiebehörde CEA2 unterhält ein Kernforschungszentrum in Fontenay.
Über Fontenay-aux-Roses
Wo genau liegt Fontenay-aux-Roses?
Historisches
Fontenay-aux-Roses wurde erstmals gegen Ende des 11. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Fontenay war damals ein kleiner Weiler, der zum Dorf Bagneux gehörte. Im 13. Jahrhundert zählte das Dorf 220 Einwohner, die meisten waren Bauern und Winzer. 1460 hatte Fontenay gerade noch 90 Einwohner. Mit Genehmigung des Königs Heinrich 3. igelte sich das Dorf in Palisaden ein, um sich so vor Soldaten, Vagabunden und Landstreichern zu schützen.
Außer Weinbau wurden auf der Gemarkung von Fontenay erfolgreich Rosen kultiviert, daher der Name Fontenay-aux-Roses. Gemäß einem sehr alten Brauch waren die Herzöge und Adligen von Frankreich verpflichtet, zu einer jährlich wiederkehrenden Zeremonie Rosen in das Parlament von Paris zu bringen. Fontenay hatte schließlich das Vorrecht, in Form von Kränzen und Sträußen den Rosenstrauch des Hofes zu beliefern. Dieser besaß das Verkaufsmonopol. Als sich die Mode änderte, wurden die Rosengärten zugunsten von Blumen- und Fruchtkulturen aufgegeben.
Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelte sich unter den reichen Einwohnern von Paris die Mode, sich Landhäuser, die auch Châteaux getauft wurden, bauen zu lassen. Einige von ihnen bestehen heute noch. Rund um diese schönen Häuser gab es einige Berühmtheiten, die die Ruhe auf dem Land suchten. Als die Revolution ausbrach, zählte Fontenay-aux-Roses 850 Einwohner.
Neben den Auswirkungen der Kriege, der Eisenbahn und des Automobils veränderte sich vor allem in den letzten 30 Jahren das Gesicht des alten Dorfes beträchtlich. Es wurden zahlreiche Mehrfamilienhäuser und soziale Einrichtungen gebaut.
Foto-Galerie
Un grand merci et des salutations à Fontenay-aux-Roses, la municipalité a mis ces photos à notre disposition.
TSG Wiesloch Badminton: Teilnahme an einem Turnier - April 2026
Sight-Seeing in Paris. | @ TSG Wiesloch Badminton
Vor den Toren von Paris liegt Wieslochs Partnerstadt Fontenay-aux-Roses, dessen Badmintonverein Association Sportive Fontenaisienne (ASF) über das Wochenende vom 25./26. April 2026 zum Badmintonturnier „Bad’n Roses“ einlud. Eine dieser Einladungen fand auch seinen Weg zur Badminton-Abteilung der TSG Wiesloch, und sieben SpielerInnen nahmen sie gerne an. Die Badmintonwettkämpfe waren natürlich das Herzstück dieser Reise, doch die Nähe zu Paris ist viel zu verlockend, um sie nicht mit ein paar Stunden in der Stadt der Liebe zu verknüpfen. Folglich brach man freitags sehr früh von Wiesloch auf und konnte noch am gleichen Tag das Kaiserwetter in dieser besonderen Stadt genießen.
Abends waren die SpielerInnen zu einem kleinen Empfang in der Sporthalle eingeladen, an der neben einigen Funktionären des Sportvereins auch die Bürgermeisterin Pauline Le Fur, Stadträtin Aline Venturini sowie der Abgeordnete für Sport, Lamine Dia, teilnahmen und die Gäste aus Wiesloch aufs Herzlichste willkommen hießen. Beide Seiten freuten sich, dass der sportliche Austausch zwischen den beiden Vereinen der Partnerstädte in den letzten Jahren intensiviert werden konnte und lebendig sei.
Im Turnier wurden Damen-Doppel, Herren-Doppel und Mixed gespielt, wobei die Mixed-Wettbewerbe erst am Sonntag ausgetragen wurden. Für die Wieslocher Herren-Doppel Kevin Krumbach / Johannes Gleixner und Nils Neumann / Vikram Mallavaram ging es am Samstag schon um 8 Uhr los. Das Losglück war unseren Spielern nicht hold, gleich im ersten Spiel kam es zum Wiesloch-Duell, aus dem das Duo Neumann / Mallavaram erfolgreich hervorging. Nach zwei Vorrundenspielen beider Duos schieden Kevin und Johannes leider aus, Nils und Vikram zogen in die Runde der letzten 16 ein. In der darauffolgenden KO-Runde musste man sich den französischen Gegnern 21:16 und 21:15 geschlagen geben, somit waren nun alle Herren Der TSG Wiesloch ausgeschieden.
Am Nachmittag gingen Bianca Litterst und Silke Vormbrock für die TSG Wiesloch an den Start. Die beiden Damen konnten sich in ihrer Gruppe souverän durchsetzen und gewannen beide Vorrundenspiele. Durch das kleine Teilnehmerfeld der Damen folgte im Anschluss schon das Halbfinale in dieser Spielklasse, was die beiden Wieslocherinnen 21:11 und 21:7 deutlich für sich entscheiden konnten. Erst im Finale mussten sich Bianca und Silke einem starken, französischen Duo geschlagen geben, waren aber mit ihrer Leistung in diesem Turnier sehr zufrieden.
Bei den Mixed-Wettbewerben am Sonntag gingen Jana Lotta Pfeffer mit Nils Neumann und Silke Vormbrock mit Johannes Gleixner an den Start. Es wurde in 5 Leistungsklassen und in Gruppen à 4 Teams gespielt, alle Teilnehmer hatten somit drei Vorrundenspiele. Jana Lotta Pfeffer und Nils Neumann gewannen zwei ihrer Vorrundenspiele und zogen ins Halbfinale ein, Silke Vormbrock und Johannes Gleixner konnten nur ein Vorrundenspiel gewinnen und schieden leider nach der Gruppenphase aus. Im Halbfinale war dann ebenfalls Schluss für Jana und Nils, unser Mixed-Duo verlor glatt in 2 Sätzen. Alle SpielerInnen hatten bei diesem ganz ausgezeichnet organisierten Turnier eine großartige Zeit, man wurde vom Gastverein zuvorkommend aufgenommen und liebevoll umsorgt. Selbstverständlich sprachen die Wieslocher den französischen Spielern zum diesjährigen Bacchus Turnier am 29./30. August eine herzliche Einladung aus und man hofft sich schon bald in Wiesloch am Netz gegenüberzustehen. Dann lockt auch sicher ein Ausflug ins wunderschöne Heidelberg. À bientôt, chers amis!
Archivalie des Monats: 50 Jahre Partnerschaft - Oktober 2024
Die deutschsprachige Partnerschaftsurkunde, die im Oktober 1974 in Wiesloch unterzeichnet wurde.
Im Text unserer Archivalie des Monats Juni wurde es bereits angerissen, diesen Monat machen wir es zum Schwerpunktthema: Die Partnerschaft Wieslochs mit der französischen Stadt Fontenay-aux-Roses wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Eine schöne Gelegenheit, an die Anfänge dieser Partnerschaft, aus der längst auch zahlreiche langjährige Freundschaften entstanden sind, zu erinnern.
Vorweg ist es jedoch unabdingbar, zum vollumfänglichen Verständnis der Bedeutung dieser Partnerschaft die Geschichte des wechselvollen Verhältnisses der Länder Deutschland und Frankreich zueinander zu beleuchten. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts und spätestens ab Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870 und der anschließenden deutschen Reichsgründung 1871 herrschte über viele Jahre hinweg eine schwelende Feindschaft zwischen den beiden Nachbarstaaten, die in mehreren Kriegen eskalierte. Ihren traurigen und grausamen Höhepunkt fand diese Entwicklung in den beiden Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele Soldaten beiderseits des Rheins ließen in den gegeneinander geführten Schlachten ihr Leben, und insbesondere in Frankreich hatte auch die Zivilbevölkerung stark unter den Kampfhandlungen und zeitweise auch unter den Repressionen und der menschenverachtenden Willkür der deutschen Besatzungsmacht zu leiden. Man kann sich denken, dass sich angesichts dieser Vorgeschichte das deutsch-französische Verhältnis nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf einem Tiefpunkt befand. Die Abneigung der Franzosen gegen alles Deutsche und der Deutschen gegen alles Französische waren stark ausgeprägt und in Deutschland hatte sich längst der Begriff der „Erbfeindschaft“ etabliert.
Mai 1974: Die Bürgermeister der Städte Fontenay-aux-Roses und Wiesloch, Maurice Dolivet und Heinz Bettinger, präsentieren stolz die kurz zuvor gemeinschaftlich unterzeichnete französischsprachige Partnerschaftsurkunde.
Dass es überhaupt jemals wieder zu einer wechselseitigen Annäherung der beiden Länder kommen würde, hätte damals kaum jemand für möglich gehalten, vom Entstehen einer Freundschaft ganz zu schweigen. Zu tief und unüberwindbar schienen die entstanden Gräben. Und doch ist es so gekommen, was diversen couragierten Persönlichkeiten zu verdanken war. Namentlich genannt sei hierbei Charles des Gaulles auf französischer Seite. Unvergessen ist seine vielbeachtete Rede an die deutsche Jugend, die er 1962 in Ludwigsburg hielt. Darin streckte er dem einstigen Feind in eindrucksvollen Worten die Hand der Freundschaft entgegen. Und auch der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, bemühte sich intensiv um eine Aussöhnung und Wiederannäherung an den Nachbarn im Westen. Infolgedessen kam es bereits 1963 zur feierlichen Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages im Pariser Élysée-Palast – ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Aussöhnung beider Länder nach dem Zweiten Weltkrieg.
Freilich darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Kooperation der ehemaligen Feinde auch aus taktischen Gründen vorangetrieben wurde. Denn bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges sah sich die Welt mit einer neuen Bedrohung konfrontiert, die erneut das gefährliche Potenzial besaß, sich zu einem internationalen Flächenbrand auszuweiten. Die Rede ist vom als „Kalter Krieg“ in die Geschichte eingegangenen Konflikt, in welchem die parlamentarisch-demokratisch und kapitalistisch geprägten Staaten des globalen Westens den kommunistischen Ländern des sogenannten „Ostblocks“ gegenüberstanden und sich gegenseitig mit ihrem verheerenden Atomwaffenpotenzial bedrohten. Beiderseits der als „Eiserner Vorhang“ bezeichneten Grenze jener Machtblöcke, die bekanntermaßen mitten durch Europa verlief und Deutschland zweiteilte, bemühte man sich Geschlossenheit zu demonstrieren – auch dieser Aspekt darf nicht gänzlich außer Acht gelassen werden, wenn man sich der Geschichte der deutsch-französischen Freundschaft erinnert.
Trotzdem soll dieser Hintergrund die Bedeutung der Entstehung dieser Freundschaft in keiner Weise schmälern. Denn abseits alles politischen Kalküls wurde die wechselseitige Wiederannäherung durch ihre Protagonisten auch aus echter Überzeugung durchgeführt und es ist deren ausgeprägtem Willen zur Versöhnung zu verdanken, dass Deutschland und Frankreich heute ein freundschaftlich-partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe zueinander pflegen. Die Wiederannäherung sollte nicht nur auf staatlicher Ebene befördert werden, sondern ganz bewusst auch im Kleinen, also seitens der Kommunen. Diese Entwicklung beschränkte sich im Übrigen nicht auf Deutschland und Frankreich, sondern wurde auch zwischen anderen Ländern westlich des Eisernen Vorhangs betrieben. Gemeinden und Städte suchten den Kontakt zu Partnern vergleichbarer Größe in anderen Staaten. So geschehen auch in Wiesloch, das seine erste Städtepartnerschaft 1966 mit der US-amerikanischen Stadt Sturgis (Michigan) besiegelte. In den 1970er-Jahren war es dem damaligen Wieslocher (Ober-)Bürgermeister Heinz Bettinger schließlich ein Anliegen, auch eine Partnerschaft mit einer Stadt des unmittelbaren westlichen Nachbarn einzugehen, und so kam es 1973 zur Kontaktaufnahme mit der französischen Stadt Fontenay-aux-Roses. Bettinger fand in deren damaligem Bürgermeister Maurice Dolivet einen Gleichgesinnten, dem das Knüpfen partnerschaftlicher und freundschaftlicher Bande mit dem deutschen Nachbarn ebenfalls eine Herzensangelegenheit war. So sagte Dolivet selbst über die sich anbahnende Partnerschaft: „Gleich nachdem die ersten Kontakte mit Wiesloch aufgenommen wurden, entstand zwischen uns Freundschaft und Sympathie.“ Demgemäß war es Ende 1973 nur noch eine Formsache, dass die Gemeinderäte der beiden Städte sich für den Vollzug der Partnerschaft im darauffolgenden Jahr aussprachen.
Auch in der Wieslocher Woche wurde ausführlich über dieses historisch bedeutsame Ereignis berichtet.
1974 war es dann soweit: Im Rahmen zweier wechselseitiger Besuche wurde die neue Städtepartnerschaft offiziell und feierlich besiegelt. Den Anfang machte im Mai der Besuch der Wieslocher Delegation in Fontenay-aux-Roses. Hier wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme und umrahmt von umfangreichen Festivitäten die französische Variante der Partnerschaftsurkunde durch die beiden Bürgermeister unterzeichnet. Nicht minder festlich ging es beim Gegenbesuch der Franzosen in Wiesloch im Oktober desselben Jahres zu. Unter dem tatkräftigen Mitwirken diverser Vereine wurde ein würdiges Rahmenprogramm für die Unterzeichnung der deutschsprachigen Partnerschaftsurkunde geschaffen.
Dies war also die Geburtsstunde der Partnerschaft der Städte Fontenay-aux-Roses und Wiesloch, die bis heute fortbesteht und im Juli, im Rahmen einer Feierstunde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums, durch Unterzeichnung zweier neuer Partnerschaftsurkunden feierlich erneuert wurde. Getragen und intensiviert wurde die freundschaftliche Partnerschaft im Laufe der Jahrzehnte durch eine Vielzahl von Aktionen und Persönlichkeit, die im Einzelnen aufzuzählen den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Es bleibt, beiden Städten zu wünschen, dass ihre Partnerschaft auch in den kommenden Jahrzehnten weiter gepflegt wird, denn, wie es Herr Oberbürgermeister Elkemann im Rahmen der Feierlichkeiten im Juli zum Ausdruck brachte: „Dass diese Freundschaft seit nunmehr 50 Jahren fortbesteht, erfüllt die Bürgerinnen und Bürger Wieslochs und mich mit Freude, Stolz und großer Dankbarkeit“. Oder, um mit den Worten Heinz Bettingers aus dem Jahr 1974 abzuschließen: „Eine Städtepartnerschaft ist kein Ergebnis, sondern ein Weg, der ständig neu begangen werden muss.“ Begehen kann diesen jeder Einzelne von uns.
Nach erfolgter Vertragsunterzeichnung ließ sich Heinz Bettinger sichtlich beeindruckt durch das Zentrum der neuen Partnerstadt Wieslochs führen.