Amarante, Portugal

Die Stadt Amarante liegt im Norden von Portugal, im Distrikt Porto, und ist seit 2003 offizielle Partnerstadt von Wiesloch.

Wieslocher Delegation zu Gast in Amarante - Gruppenfoto mit Wiesloch-W.
Wieslocher Delegation zu Gast in Amarante - Gruppenfoto mit Wiesloch-W. | © Stadt Wiesloch

Mit seinen etwa 6.500 Einwohnern liegt Amarante am Fluss Tâmega am Rande des Marão-Gebirges. Zur Stadt Amarante gehören auf einer Gemarkungsfläche von 30 Quadratkilometern noch 40 umliegende Gemeinden mit zusammen 60.000 Einwohnern. Fast 1 Prozent der portugiesischen Gemeinden sind der Stadtgemeinde Amarante angeschlossen. Die Gegend um Amarante ist stark landwirtschaftlich geprägt: Korkeichen, Olivenbäume, Wälder und Weinberge bestimmen die karge Landschaft. Auf diesen Weinbergen wird der berühmte vinho verde, ein spritzig leichter Weißwein, angebaut und in großen Weinkellereien in Amarante ausgebaut.
Die Wahrzeichen von Amarante sind die mächtige Granitbrücke über den Tâmega und die Sâo Gonçalo-Klosterkirche aus dem 16./17. Jahrhundert.
Am ersten Samstag im Juni findet in Amarante jedes Jahr ein großes Fest statt. Man trifft sich zu einer Prozession zu Ehren des großen Predigers und Lokalheiligen Sâo Gonçalo. Zudem gibt es einen Jahrmarkt und Folkloredarbietungen.

Über Amarante

Wo genau liegt Amarante?

Berühmte Söhne der Stadt

Auf zwei Söhne der Stadt ist Amarante besonders stolz:

Auf den Dichter und Mystiker Teixeira de Pascoaes (1877 bis 1952). Er wurde in einem Teilort von Amarante geboren und ist dort auch verstorben. Im Geburtsjahr der portugiesischen Republik 1912 gründete Pascoaes die Zeitschrift A Águia (zu deutsch Adler). Damit leitete er eine Bewegung in Portugal ein, der es um die Wesensbestimmung der Nation und der Dichtung ging.

Auf den Maler Amadeo de Souza-Cardoso (1887 bis 1918). Er stammte aus Amarante und war befreundet mit den großen Malern seiner Zeit und arbeitete mit ihnen zusammen. Heute trägt das Städtische Museum von Amarante den Namen des leider zu früh verstorbenen bedeutenden Künstlers. Das Museum verfügt über eine sehenswerte Sammlung seiner Werke sowie von bekannten zeitgenössischen Künstlern aus Portugal.

Berichte über Austausche

Starke Partnerschaft und gelebte Inklusion - Juni 2026

Vom 19. bis 22. Juni 2026 besuchten Oberbürgermeister Dirk Elkemann sowie sechs Klientinnen und Klienten der Lebenshilfe Wiesloch, begleitet von Geschäftsführer Stephan Hinz und der Leiterin der Offene Hilfen Tamina Kaiser, die portugiesische Partnerstadt Amarante. Der Besuch war der offizielle Gegenbesuch zur Delegation aus Amarante, die 2024 in Wiesloch zu Gast waren. Im Mittelpunkt der Reise standen der persönliche Austausch, die gelebte Städtepartnerschaft und die vielfältigen kulturellen Begegnungen, die den Besuch in Amarante nachhaltig prägten.
 
Direkt im Hauptsitz von Cercimarante wurde die Wieslocher Delegation herzlich von Rui Chantre, dem Vorstand der Einrichtung, empfangen – begleitet von einem eindrucksvollen Trommelspiel, das den Besuch emotional eröffnete. Dort erwartete die Gruppe ein gemeinsames Frühstück, das von Klientinnen und Klienten der Einrichtung vorbereitet wurde.

Gruppenfoto der Delegation beim offiziellen Empfang durch den Bürgermeister von Amarante.
Gruppenfoto der Delegation beim offiziellen Empfang durch den Bürgermeister von Amarante. | © Stadt Wiesloch

Im Rahmen einer ausführlichen Führung wurden drei verschiedene Bereiche der Organisation vorgestellt. Besonders im Zentrum für Aktivitäten und Ausbildung entwickelte sich ein intensiver fachlicher Austausch zwischen der Lebenshilfe Wiesloch und Cercimarante. Themen wie berufliche Teilhabe, individuelle Förderung und inklusive Arbeitsmodelle standen im Mittelpunkt der Gespräche.
Während des gesamten Aufenthalts wurde die Delegation von Rui Chantre persönlich begleitet, der mit großem Engagement dafür sorgte, dass sich die Gäste jederzeit willkommen fühlten und reibungslos durch das vielfältige Programm geführt wurden.
 
Der Samstag begann mit einem offiziellen Empfang im Ratssaal von Amarante durch Bürgermeister Jorge Ricardo. In seiner Ansprache würdigte er die langjährige Freundschaft zwischen beiden Städten und betonte die Bedeutung des Austauschs.
Im Anschluss folgte ein Besuch im Stadtmuseum, eine Führung durch die Kirche São Gonçalo sowie ein Rundgang durch das historische Zentrum von Amarante. Eine Verkostung regionaler Süßspeisen bot einen genussvollen Einblick in die lokale Tradition.
Am Abend verfolgte die Gruppe gemeinsam das Deutschlandspiel beim Public Viewing, ein weiterer Moment des Miteinanders.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Natur und Kultur. Bei einer Wanderung entlang des Flusses erlebte die Gruppe die landschaftliche Schönheit der Region, bevor sie am Zielpunkt von einer Musikgruppe empfangen wurde, die die traditionellen Klänge der Viola Amarantina – einem charakteristischen Saiteninstrument aus Amarante – erklingen ließ. Die mitreißenden Melodien animierten sogar den einen oder anderen zum Tanzen, ehe der musikalische Empfang in ein gemeinsames Mittagessen überging.
 
Am Abschlussabend besichtigte die Gruppe zunächst den Wieslocher Garten und ließ den Tag anschließend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Die herzliche Atmosphäre und die vielen intensiven Begegnungen der vergangenen Tage machten den Abschied spürbar emotional. Alle Beteiligten äußerten den Wunsch, den entstandenen Kontakt weiter zu vertiefen und zukünftige Projekte gemeinsam anzugehen.
Der Aufenthalt in Amarante hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und wertvoll die Städtepartnerschaft zwischen Wiesloch und Amarante ist. Die zahlreichen Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Erlebnisse – insbesondere der intensive Austausch zwischen der Lebenshilfe Wiesloch und Cercimarante – haben neue Impulse gesetzt und die Verbindung zwischen beiden Städten nachhaltig gestärkt.

Gruppenfoto zum Wanderbeginn am Fluss Tâmega
Gruppenfoto zum Wanderbeginn am Fluss Tâmega | © Stadt Wiesloch