Großes Engagement für das Städtische Museum im Dörndl

Stadtarchivar Martin Sommer begrüßte zahlreiche Interessierte Menschen.
Stadtarchivar Martin Sommer begrüßte zahlreiche Interessierte. | © Stadt Wiesloch

Ehrenamtliche sichern künftige Öffnungszeiten – beeindruckende Resonanz.

Mit beeindruckender Resonanz ist das erste Treffen zur ehrenamtlichen Unterstützung des Städtischen Museums gestartet: 23 engagierte Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, sieben weitere hatten sich entschuldigt. Damit steht eine „schlagkräftige Truppe“ bereit, um das Museum bald wieder regelmäßig öffnen zu können.

Ausgangspunkt für diese Entwicklung war ein öffentlicher Aufruf der Stadt. „Uns haben schon viele Rückmeldungen auf Grund der Schließung unseres Städtischen Museums erreicht. Über Facebook und per Mail an unseren Stadtarchivar haben sich bereits eine Handvoll Freiwillige gemeldet, die gerne beim Erhalt der Öffnungszeiten unterstützen wollen. Wir sind beeindruckt und erfreut, wie groß das Interesse der Öffentlichkeit am Erhalt und Weiterbetrieb des Museums ist“, berichtete Bürgermeister Ludwig Sauer im Vorfeld.

Stadtarchivar Martin Sommer hatte zur Mitwirkung aufgerufen: Bürgerinnen und Bürger aus Wiesloch und der Region, die sich für Heimatgeschichte interessieren und sich in die Betreuung möglicher Öffnungszeiten einbringen möchten, konnten sich per Mail oder telefonisch melden. Nach der zwischenzeitlichen Schließung des Museums hatten sich zahlreiche Interessierte gemeldet. Sommer zeigte sich beim Treffen sichtlich bewegt von der großen Bereitschaft: Er sei „sehr positiv überrascht und überwältigt“ von der Resonanz und dankte allen, die sich engagieren wollen. Dieses Engagement sei eine starke Rückendeckung aus der Bevölkerung und ein wichtiges Signal für die Bedeutung des Museums.

Auch Oberbürgermeister Dirk Elkemann und Bürgermeister Ludwig Sauer ließen ihren Dank und ihre Anerkennung ausrichten. Beide waren zwar zeitgleich in einer Gemeinderatssitzung gebunden, betonten aber ihre Wertschätzung für den Einsatz der Ehrenamtlichen.

Auftakt-Treffen der Ehrenamtlichen im Bürgersaal. | © Stadt Wiesloch

In der Gesprächsrunde wurde deutlich, was die Menschen antreibt: die Verbundenheit mit ihrer Stadt, das Interesse an Geschichte und der Wunsch, ein wichtiges Stück lokaler Identität zu bewahren. „Das kann doch nicht sein, dass das Museum zumacht – hier bin ich und helfe“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Andere berichteten, sie seien durch die Artikelserie in der Rhein-Neckar-Zeitung aufmerksam geworden oder wollten „dieses Kleinod unbedingt erhalten“. Viele der Anwesenden sind gebürtige Wieslocherinnen und Wieslocher oder leben seit Jahrzehnten in der Stadt, einige Familien sind sogar seit dem 18. Jahrhundert mit der Bergbaugeschichte verbunden. Auch aus den Ortsteilen kamen Unterstützer.
Gerade der Bergbau, über einen Zeitraum von rund 2000 Jahren prägend für die Geschichte Wieslochs, sei im Bewusstsein vieler in den Hintergrund geraten. Umso wichtiger sei es, dieses Wissen wieder stärker ins Gedächtnis zu rufen – ein Anliegen, das die Gruppe eint.

Dabei bringt die ehrenamtliche Gemeinschaft ein beeindruckendes Portfolio mit: viel historisches Interesse, teils fundiertes Wissen und eine große Motivation, sich einzuarbeiten. Unterstützt werden sie unter anderem von Dr. Ludwig Hildebrandt, der die Ausstellung im Museum kuratiert hat und sein Wissen weitergibt. Geplant ist zudem, eine kompakte Museumsmappe mit den wichtigsten Informationen anzulegen, sodass die Helferinnen und Helfer Besucherfragen sicher beantworten können.

Die Organisation der Dienste soll unkompliziert innerhalb der Gruppe erfolgen, auch mit digitaler Unterstützung. Für jede Öffnungszeit soll es verlässliche Besetzungen und möglichst auch Ersatz geben, um Ausfälle aufzufangen.
Rund 800 Besucher zählte das Museum jährlich – eine Zahl, die künftig noch gesteigert werden soll. Aktuelle Flyer sollen auf die Öffnungszeiten aufmerksam machen und das Angebot bekannter machen.

Darüber hinaus denken die Ehrenamtlichen bereits weiter: Perspektivisch könnten auch Stadtführungen aus der Gruppe heraus gestärkt und kleinere Wechselausstellungen zu unterschiedlichsten Themengebieten organisiert werden.
Nach dem ersten Treffen, müssen nun alle organisatorischen Schritte abgearbeitet werden, so dass man dann gut vorbereitet und nachhaltig wieder öffnen kann.

Hintergrund der aktuellen Situation sind finanzielle Rahmenbedingungen: Aufgrund notwendiger Sparmaßnahmen hatte der Gemeinderat am 17. Dezember 2025 beschlossen, den Betrieb des Städtischen Museums vorerst einzustellen. Die Stadt bedauerte diesen Schritt ausdrücklich und bat um Verständnis.

Umso deutlicher zeigt das aktuelle Engagement: Das Museum lebt vom Einsatz der Menschen vor Ort – und genau dieser Einsatz ist in Wiesloch in beeindruckender Weise vorhanden.