Sanfte Reinigung für ein Stück Stadtgeschichte: Alte Stadtmauer wird saniert

Arbeiter in Schutzkleidung steht auf einem Gerüst an der Stadtmauer.
Reinigungsarbeiten an der alten Stadtmauer. | © Stadt Wiesloch

In dieser Woche finden Arbeiten zur behutsamen Sanierung eines Teilabschnitts der alten Stadtmauer statt.

Ziel ist es, die Bausubstanz nachhaltig zu erhalten und von jahrzehntelangen Ablagerungen zu befreien. Zum Einsatz kommt dabei ein besonders schonendes Niederdruck-Sandstrahlverfahren.

Durchgeführt werden die Arbeiten von der spezialisierten Feinstrahltechnik-Firma von Tahir Cömert. Mit einem Druck von lediglich zwei Bar wird die Oberfläche der Sandsteine gereinigt – ein Verfahren, das gezielt die oberste Schicht abträgt, ohne das Material zu beschädigen. Moos, Grünbeläge und andere Umwelteinflüsse werden dabei vorsichtig entfernt. „Wir arbeiten hier bewusst mit sehr geringem Druck, um die Substanz nicht anzugreifen“, erklärt Tahir Cömert. „Man kann sich das wie eine professionelle Zahnreinigung für ein Bauwerk vorstellen – gründlich, aber äußerst schonend.“

Nach der Reinigung folgt ein weiterer entscheidender Schritt: die sogenannte Hydrophobierung. Dabei wird eine unsichtbare Schutzschicht aufgetragen, die das Eindringen von Wasser verhindert und die Oberfläche widerstandsfähiger gegenüber Witterungseinflüssen macht. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die natürliche Farbgebung der Steine langfristig erhalten bleibt. „Die Hydrophobierung ist ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Pflege“, so Cörnert weiter. „Sie schützt die Mauer vor neuer Durchfeuchtung und hilft, den jetzigen Zustand möglichst lange zu bewahren.“

Auch wenn die betroffene Stadtmauer nicht unter Denkmalschutz steht, entspricht das eingesetzte Verfahren den Anforderungen, die auch bei denkmalgeschützten Bauwerken gelten. Gerade deshalb wird großer Wert auf eine besonders materialschonende Vorgehensweise gelegt. Nach Einschätzung der Fachfirma wurde die Mauer bislang noch nie in dieser Form gereinigt. Umso bedeutender sei der aktuelle Schritt für den langfristigen Erhalt des Bauwerks.
Die Feinstrahltechnik-Firma ist international tätig und hat bereits an Projekten in Städten wie Moskau und Istanbul gearbeitet. Auch in Deutschland war das Unternehmen an renommierten Objekten im Einsatz, unter anderem am Hofbräuhaus in München.

Die nun anstehenden Arbeiten sollen innerhalb der Woche abgeschlossen werden und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, ein Stück lokaler Baugeschichte für die Zukunft zu sichern.