Erinnerungen für außergewöhnliche Ausstellung zur Einwanderungsgeschichte gesucht

Olympia-Sportbecken mit Startblöcken.
Screenshot aus der Abendschau von 1971 mit freundlicher Genehmigung des SWR | © Stadt Wiesloch

Wer besitzt historische Dokumente, Fotos und persönliche Erinnerungsstücke zu diesem Themenbereich? – Kuratorium bittet Bevölkerung um Mithilfe und freut sich über Spenden

„Gastarbeiter“ als Pioniere des gesellschaftlichen Wandels – Vom Ankommen zum Mitgestalten am Beispiel des Wiesloch-Walldorfer Gastarbeiterparlaments von 1971.

1971 wurde in Wiesloch ein Stück Zeitgeschichte geschrieben, das weit über die Stadtgrenzen hinaus große Beachtung fand: Damals entstand mit dem Wiesloch-Walldorfer Gastarbeiterparlament ein außergewöhnliches Gremium – Deutschlandweit gab es zuvor nichts Vergleichbares. Es gab den in Wiesloch und Walldorf lebenden ausländischen Arbeitskräften erstmals eine politische und gesellschaftliche Stimme und eröffnete ihnen die Möglichkeit, das kommunale Leben aktiv mitzugestalten. Dieses bemerkenswerte Kapitel der Kommunalgeschichte steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Gastarbeiter“ als Pioniere des gesellschaftlichen Wandels – Vom Ankommen zum Mitgestalten am Beispiel des Wiesloch-Walldorfer Gastarbeiterparlaments von 1971, die ab Oktober 2026 im Wieslocher Rathaus zu sehen sein wird.

Das von einem vielfältig zusammengesetzten Kuratorium vorbereitete Ausstellungsprojekt steht unter der Schirmherrschaft des Wieslocher Bürgermeisters Ludwig Sauer. Ziel ist es, die Geschichte der ersten Gastarbeiterinnen- und Gastarbeitergeneration zu bewahren, ihre Lebenswege sichtbar zu machen und ihren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region zu würdigen. Gleichzeitig möchte die Ausstellung aufzeigen, welche unverzichtbare Rolle die Arbeitsmigration für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands spielte – und bis heute spielt. Die Ausstellung versteht sich zugleich als Würdigung der Menschen, die aus vielen Ländern hierher kamen und die Städte Wiesloch und Walldorf bis heute nachhaltig geprägt haben.


Ein Stück Stadtgeschichte lebt von den Erinnerungen der Menschen

Die Ausstellung möchte nicht nur historische Ereignisse dokumentieren, sondern den Menschen hinter der Geschichte ein Gesicht geben. Sie handelt von Mut und Hoffnung, von Abschied und Neuanfang, von harter Arbeit, Heimat, Integration und gesellschaftlichem Engagement. Vor allem aber erzählt sie davon, wie Menschen, die einst als sogenannte „Gastarbeiterinnen“ und „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen, unsere Städte mit aufgebaut und Generationen geprägt haben.
Damit die Ausstellung möglichst authentisch und vielfältig wird, bittet das Kuratorium die Bürgerinnen und Bürger aus Wiesloch, Walldorf und der gesamten Region herzlich um ihre Unterstützung.
Gesucht werden unter anderem Fotografien, Briefe, Ausweise, Arbeitsverträge, Lohnunterlagen, Vereinsdokumente, Familienfotos, Zeitungsartikel sowie persönliche Alltagsgegenstände, die vom Leben der ersten Gastarbeiterinnen- und Gastarbeitergeneration erzählen und im Rahmen der Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Von besonderem Wert sind außerdem persönliche Erinnerungen, Erlebnisse und Zeitzeugenberichte. Sie verleihen den ausgestellten Objekten eine Stimme und machen Geschichte lebendig.
Alle Leihgaben werden selbstverständlich sorgfältig behandelt, fachgerecht dokumentiert und nach Ende der Ausstellung unversehrt an ihre Eigentümerinnen und Eigentümer zurückgegeben.

Einladung zum Mitgestalten
Wer Erinnerungsstücke zur Verfügung stellen oder seine persönliche Geschichte mit der Öffentlichkeit teilen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an Stadtarchivar Martin Sommer zu wenden. Er koordiniert die Sammlung der Exponate und steht für Fragen rund um das Ausstellungsprojekt gerne zur Verfügung.
Kontakt
Martin Sommer
Stadtarchivar der Stadt Wiesloch
06222 84-4190
archiv@wiesloch.de

Gemeinsam Geschichte bewahren

Neben historischen Exponaten ist das Projekt auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die wissenschaftliche Recherche, die Gestaltung der Ausstellung sowie ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen und weiteren Veranstaltungen verursachen Kosten. Das Kuratorium freut sich deshalb über Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen. 
Überweisungen können auf Folgende Konten der Stadtverwaltung Wiesloch getätigt werden:
Sparkasse Heidelberg IBAN DE84 6725 0020 0050 0072 35 oder
Volksbank Kraichgau mit der IBAN DE71 6729 2200 0000 0337 07

Verwendungszweck: „Gastarbeiterparlament“. 

Sollte eine Spendenbescheinigung gewünscht werden, wird um eine Erweiterung des Verwendungszwecks um Adressdaten und den Vermerk „Bescheinigung gewünscht“ gebeten.
Die Ausstellungseröffnung sowie die Termine der begleitenden Vorträge, Filmvorführungen und weiterer Veranstaltungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Jede Fotografie erzählt eine Geschichte. Jeder Brief bewahrt eine Erinnerung. Jedes Erinnerungsstück hilft dabei, ein bedeutendes Kapitel der Wieslocher Stadtgeschichte für kommende Generationen zu erhalten.
Das Kuratorium lädt deshalb alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, Teil dieses besonderen Projekts zu werden.