Ein Abschied voller Wertschätzung: Pestalozzi-Schule verabschiedet Schulleiter Markus Winterstein
Mit einer bewegenden Feier verabschiedete die Pestalozzi-Schule Baiertal ihren langjährigen Schulleiter Markus Winterstein in den Ruhestand.
Zahlreiche Gäste aus Schule, Politik, Verwaltung, Kirche, Vereinen sowie ehemalige und aktuelle Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren gekommen, um gemeinsam auf mehr als drei Jahrzehnte engagierter Arbeit zurückzublicken und Danke zu sagen.
Bereits die musikalischen Beiträge machten deutlich, wie persönlich dieser Nachmittag gestaltet war. Der Lozzi-Chor sorgte mit einer liebevoll ausgewählten Liedauswahl für den passenden Rahmen und griff in den Anmoderationen immer wieder Stationen aus Markus Wintersteins Wirken auf. Zum Abschluss berührte der Lehrerinnenchor – unterstützt von ehemaligen Kolleginnen – mit einem ebenso herzlichen wie humorvollen Auftritt. In einem Lied wurde augenzwinkernd die Frage gestellt, was der scheidende Schulleiter nun mit seiner Zeit anfangen werde. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Du machst jetzt eine Reise, du hast jetzt frei.“
Auch die Schülerinnen und Schüler verabschiedeten ihren Schulleiter mit persönlichen Beiträgen. Kollegin Grassendörfer brachte die besondere Atmosphäre an der Pestalozzischule auf den Punkt: „Markus, das ist deine Schule.“ Sie erinnerte daran, dass die Kinder oft schon morgens voller Vorfreude vor den Türen stünden, weil sie gerne zur Schule kämen. Gleichzeitig würdigte sie Markus Winterstein als Schulleiter, der die Sorgen und Anliegen seines Kollegiums stets ernst genommen habe. Nach 31 Jahren an der Pestalozzi-Schule dankte sie ihm für eine Schule mit „Spaß, einem bisschen Chaos und ganz viel Herz“.
Die Verabschiedung durch das Staatliche Schulamt übernahm Schulrätin Yvonne Endrich. Sie beschrieb Markus Winterstein als einen Menschen, der Schule nicht nur verwalte, sondern ihr vielmehr ein Gesicht gebe. Für ihn habe immer festgestanden, dass Schule wegen der Kinder existiere – und genau diese Haltung habe sein Handeln geprägt. Mit einer stets offenen Tür, nachvollziehbaren Entscheidungen, Humor, Gelassenheit und einem klaren Wertekompass sei er für die Schulgemeinschaft ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen. Einen besonderen Bezug stellte sie zu seinem Hobby, der Imkerei, her: Geduld, Verlässlichkeit und Respekt seien Eigenschaften, die sowohl das Arbeiten mit Bienen als auch sein Wirken als Schulleiter ausgezeichnet hätten.
Auch Oberbürgermeister Dirk Elkemann würdigte den scheidenden Schulleiter in seiner Ansprache. Er dankte Markus Winterstein für 31 Jahre an der Pestalozzi-Schule, davon 20 Jahre als Schulleiter. Seit seiner Ernennung zum Konrektor im Jahr 2000 und der Übernahme der Schulleitung im Jahr 2006 habe er Generationen von Schülerinnen und Schülern begleitet und geprägt. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler kämen heute bereits als Eltern mit ihren Kindern an die Schule zurück – ein sichtbares Zeichen dafür, wie nachhaltig sein Wirken gewesen sei.
Besonders hob der Oberbürgermeister Markus Wintersteins einfühlsame Art, seine Besonnenheit und seine klare Führung hervor. Gerade in Zeiten des Wandels, als die Werkrealschule vor großen Herausforderungen stand, sei er ein verlässlicher Ruhepol geblieben und habe den Blick stets nach vorne gerichtet. Beispielhaft nannte Elkemann die Aufnahme der Pestalozzi-Schule in das UNESCO-Projektschulnetz, wodurch Werte wie Menschenrechte, Nachhaltigkeit und Toleranz fest im Schulalltag verankert wurden. Ebenso würdigte er das jüngste Kunstprojekt mit dem ehemaligen Schüler Marco Billmaier, dessen Gestaltung der Schulgebäude die Verbundenheit vieler ehemaliger Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule sichtbar mache.
Persönliche Grußworte sprachen außerdem Vertreterinnen und Vertreter des Personalrats, der Wieslocher Schulen, der Kirche, des Ortschaftsrats Baiertal, des Elternbeirats, des Fördervereins sowie des Musikvereins Baiertal. In ihren Beiträgen erinnerten sie an gemeinsame Erlebnisse, erzählten Anekdoten und machten deutlich, wie vertrauensvoll, herzlich und wertschätzend die Zusammenarbeit mit Markus Winterstein über viele Jahre gewesen ist.
Sichtlich bewegt bedankte sich Markus Winterstein zum Abschluss der Feier bei allen Gästen. Mit Blick in den voll besetzten Saal stellte er fest: „Das ganze Dorf ist da.“ Der bekannte Ausspruch passe an diesem Tag nicht nur zu Baiertal, sondern vor allem zur Schulgemeinschaft der Pestalozzi-Schule. Vergangenheit und Gegenwart seien an diesem Nachmittag zusammengekommen und hätten die vergangenen 31 Jahre noch einmal lebendig werden lassen. Mit dem Gedanken „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ beschrieb er das „Dorf Pestalozzi“, das ihn über all die Jahre begleitet habe. Dankbar erinnerte er dabei auch an Menschen, die diesen besonderen Tag nicht mehr miterleben konnten.
Zum Abschluss erhielt jede Besucherin und jeder Besucher als persönliches Geschenk ein Glas seines selbst hergestellten Honigs – eine schöne Erinnerung an einen Schulleiter, der mit Geduld, Menschlichkeit und großem Engagement Generationen von Kindern, Eltern und Lehrkräften begleitet hat. Zuvor war Markus Winterstein mit der Bronzenen, Silbernen und Goldenen Medaille der Pestalozzi-Schule für seinen unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet worden.
Die Verabschiedungsfeier war geprägt von großer Dankbarkeit, herzlichen Begegnungen und vielen Erinnerungen. Oder, wie Markus Winterstein selbst sagte: Sie glich einem Gemälde – voller Farben, Geschichten und Menschen, die gemeinsam ein bedeutendes Stück Schulgeschichte der Pestalozzischule gestaltet haben.