Abschied nach 30 Jahren: Stadt Wiesloch verabschiedet Aynur Akdeniz

Zahlreiche Mitarbeitende verabschiedeten Aynur Akdeniz.
Verabschiedung von Aynur Akdeniz bei OB Dirk Elkemann. | © Stadt Wiesloch

„Ein lachendes und ein weinendes Auge“ beim Abschied der letzten eigenen Reinigungskraft der Stadt.

Nach rund 30 Jahren bei der Stadt Wiesloch hieß es nun Abschied nehmen von Aynur Akdeniz. Seit 1996 war sie als Reinigungskraft für die Stadt tätig – zunächst über eine Fremdfirma, später direkt bei der Stadt Wiesloch. Mit ihrem Abschied geht eine Ära zu Ende: Aynur Akdeniz ist die letzte verbliebene Reinigungskraft, die direkt bei der Stadt beschäftigt war.
 
Zur Verabschiedung hatten sich die Kolleginnen und Kollegen im Büro von Oberbürgermeister Dirk Elkemann  zusammen gefunden. „Das ist ein großer Tag für Sie – mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, so der Oberbürgermeister. „Es fällt uns allen schwer, Abschied zu nehmen. In jedem Unternehmen gibt es Menschen, die einem einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Menschen, die immer da und ansprechbar sind, ein offenes Ohr für alle haben und sich darum kümmern, dass alles in Ordnung ist. Aynur, du warst genau so ein Mensch für uns.“
 
Über die vielen Jahre war Aynur Akdeniz weit mehr als „nur“ für die Reinigung zuständig. Sie packte an, wenn etwas getan werden musste, half, wo Hilfe gebraucht wurde, sorgte für gute Laune und hatte stets ein Auge dafür, dass alles seine Ordnung hatte. Auch die Pflanzen im Rathaus durften sich über ihre besondere Aufmerksamkeit freuen – notfalls wurden sie auch einmal außer der Reihe gegossen.
 
„Wir danken dir von Herzen für die vielen tollen Jahre, für deine Arbeit, deine Herzlichkeit und dafür, dass du immer dazu beigetragen hast, dass man sich hier wohlfühlt“, so Elkemann weiter.
 
Aynur Akdeniz stammt ursprünglich aus Dizdarli am Schwarzen Meer in der Türkei. Im Alter von vier Jahren kam sie nach Istanbul, wo sie ihre Wurzeln und ihre Heimat fand. Im Laufe ihres Lebens hat sie sich jedoch auch in Deutschland mit ihrem Mann eine zweite Heimat aufgebaut. Auf die Frage, was sie nun mit der gewonnenen Zeit anfangen möchte, fällt die Antwort nicht schwer: Das Reinigen sei für sie nicht nur Arbeit, sondern auch eine Leidenschaft gewesen. Daneben freut sie sich darauf, künftig mehr Zeit für ihre weiteren Hobbys zu haben – insbesondere fürs Handarbeiten, Stricken und Häkeln sowie für die Herstellung türkischer Köstlichkeiten.
Dass sie ihre Arbeit gerne gemacht hat, war für ihre Kolleginnen und Kollegen stets spürbar. Und auch sie wurde von den Kolleginnen und Kollegen gerne gesehen. „Wir werden dich hier sehr vermissen“, wurde bei der Verabschiedung deutlich. „Die Blumen zittern wahrscheinlich jetzt schon“, hieß es mit einem Augenzwinkern – schließlich wird künftig jemand anderes ein Auge auf sie haben müssen.
Zum Abschied gab es von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus neben einem Blumenstrauß auch einen goldenen Besen und Wiesloch-Taler. Ein Kollege hatte außerdem eigens nach Aynurs Rezept Baklava selbst gemacht und damit für eine ganz persönliche und süße Überraschung gesorgt.