Brunnenbetrieb in Wiesloch: Gemeinderat beschließt Einsparungen

Brunnengalerie mit Wasserfontaine und mehreren Kunstwerken.
Die Brunnengalerie auf dem Adenauerplatz sprudelt wieder. | © Stadt Wiesloch

Nachdem die Brunnen in diesem Frühjahr zunächst außer Betrieb geblieben waren, hat der Gemeinderat nun über ihre zukünftige Nutzung entschieden.

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung werden mehrere Brunnen dauerhaft stillgelegt, während die übrigen Anlagen in den kommenden Tagen wieder in Betrieb genommen werden.

Bereits im Frühjahr hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, alle noch aktiven Brunnenanlagen im Stadtgebiet zu überprüfen. Gemeinsam mit dem Bauhof wurden die elf Brunnen hinsichtlich ihres Unterhaltungsaufwands, des Wasser- und Stromverbrauchs sowie notwendiger Reparaturen bewertet. Insgesamt verursachen die Brunnen jährliche Betriebskosten von rund 75.000 Euro.

Grundlage der Entscheidung waren jedoch nicht allein die Kosten. Auch die Bedeutung der Brunnen für das Stadtklima, ihre kühlende Wirkung an heißen Sommertagen sowie ihr Beitrag zur Aufenthaltsqualität wurden berücksichtigt. Brunnen mit einer wichtigen Funktion für das innerstädtische Klima und stark frequentierte Bereiche bleiben deshalb weiterhin in Betrieb. Anlagen mit vergleichsweise geringer Kühlwirkung oder in bereits schattigen Parkbereichen werden dagegen dauerhaft stillgelegt.

Künftig werden die „Welle“ im Gerbersruhpark, die Große Kaskade im Schillerpark, der Natursteinbrunnen mit Weintraube und Bacchus, der Gänselieselbrunnen am Ząbkowice-Śląskie-Platz sowie der Alte Ziehbrunnen in der Röhrgasse nicht mehr durch die Stadt betrieben. Dadurch können jährlich rund 28.000 Euro eingespart werden.

Weiter in Betrieb bleiben die Brunnengalerie auf dem Adenauerplatz, der Kaskadenbrunnen in der Innenstadt am Marktplatz, der Otmar-Alt-Brunnen in der Innenstadt sowie die Brunnenanlage im Stadtwingert. Sie leisten insbesondere in stark versiegelten Bereichen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Kleinklimas und der Aufenthaltsqualität.

Eine Besonderheit gilt für den Ortsteil Schatthausen: Sowohl der Eselsbrunnen als auch der Brunnen „Gans mit Strahlbrunnen“ werden künftig durch das Engagement eines örtlichen Vereins sowie mithilfe von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit weiterbetrieben. Für die Stadt entstehen dadurch keine laufenden Betriebskosten.

Die Entscheidung ist Teil der notwendigen Haushaltskonsolidierung der Stadt Wiesloch. Angesichts der angespannten Finanzlage muss die Stadt in vielen Bereichen Einsparungen vornehmen. Ziel ist es, die Ausgaben nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig die Brunnen zu erhalten, die den größten Nutzen für das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität haben.