Sturgis ist eine Kleinstadt mit etwa 11.000 Einwohnern und liegt im Süden des US-Bundesstaats Michigan. Die Städtepartnerschaft wurde im Jahre 1966 begründet.
Diese Städtepartnerschaft begann als kultureller Austausch, als ein Chor nach Wiesloch kam. Danach folgten viele Schüleraustausche des Gymnasiums und einiger Erwachsenengruppen. Der entscheidende Anstoß zur Intensivierung kam durch den damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Fürniß, der die offiziellen Begegnungen durch freundschaftliche Beziehungen erweitern wollte.
Über Sturgis
Wo genau liegt Sturgis?
Historisches
1826 begannen Landvermesser, das St. Joseph County in Michigan zu vermessen und in Stadtkreise zu markieren. Als die Landvermesser zu ihrem Stützpunkt in Detroit zurück kehrten, schwärmten sie von dem fruchtbaren Land im St. Joseph County, und von den schier unerschöpflichen Wasser- und Holzvorräten.
John Sturgis hörte diese Erzählungen und brach mit seinem 19jährigen Nachbarn George Thurston 1827 in Richtung Westen auf. Das Land dort konnte sehr billig erworben werden. Im August 1827 beschloss John Sturgis, sich im St. Joseph County niederzulassen. Um seinen Claim abzustecken, pflügte Sturgis mit Hilfe von George Thurston 10 Acres (etwa 4000 m²) und pflanzte Weizen an. Anschließend ging wieder nach Broenstown zurück.
Die drei anderen ersten Siedler im St. Joseph County waren: John Winchell, Leonhard Cutler, Arba Heald. Im Frühjahr 1828 kehrte Sturgis mit seiner Familie zurück und errichtete das erste Holzhaus auf dem Gelände, das später Sturgis Prairie genannt werden sollte. David Sturgis, das 8. Kind und der 5. Sohn der Eheleute Sturgis, wurde am 11. Februar 1830 als erstes weißes Kind in Sturgis Prairie geboren.
Im Jahre 1850 hatte Sturgis 840 Dorfbewohner.
1889 wurde das Wasserwerk gebaut.
1896 wurde Sturgis mit 2476 Einwohnern zur Stadt mit eigener Verwaltung.
1911 kam der erste elektrische Strom vom Staudamm am St. Joseph-River.
1912 wurden die Abwasserkanalisation, die Pumpstation und die Kläranlage gebaut. Sturgis ist heute eine der wenigen Städte, die nie unbehandeltes Abwasser in einen Fluss gepumpt hat.
Im Jahre 1915 wurde Sturgis zur bestbeleuchteten Kleinstadt in Michigan, 2 1/2 Meilen gepflasterte Straßen sind beleuchtet.
1927 hatte man eine Einwohnerzahl von etwa 7000 Einwohnern erreicht.
Sturgis beendet seine ersten 100 Jahre mit 6 Schulen, 9 Kirchen, einem Krankenhaus, 45 Meilen Zementgehwegen, 20 Meilen Abwasserkanälen, 2 Parks, einem Sportplatz, 23 Meilen befestigten Straßen, 23 Meilen Hauptwasserleitungen, einer Bücherei und einer städtischen Stromerzeugungsanlage.
Foto-Galerie: Besuch in Wiesloch 2026
Willkommen in Wiesloch.
Gäste und Gastfamilien freuen sich über die gemeinsame Zeit.
Erstes Kennenlernen beim Empfang im Palatin.
Erstes Kennenlernen beim Empfang im Palatin.
Erstes Kennenlernen beim Empfang im Palatin.
Besuch im Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch.
Testfahrt mit dem Nachbau des Patent-Motorwagen von Carl Benz.
Gemütliche Runde auf dem Mannheimer Maimarkt.
Stadtführung in Speyer.
Besuch des Doms zu Speyer.
Ausflug auf das Heidelberger Schloss.
Gemütlicher Abend im Bürgerhaus Altwiesloch.
Berichte über Austausche
Besuch der Delegation aus Sturgis: Empfang im Palatin Wiesloch
Seit Sonntagnachmittag, 03.05., kann die Stadtverwaltung Wiesloch 13 Gäste aus Wieslochs amerikanischer Partnerstadt Sturgis offiziell empfangen.
Die Delegation um Bürgermeister Frank Perez war zuvor am Mittag am Frankfurter Flughafen angekommen und anschließend in die Stadt gebracht worden. Der offizielle Empfang fand am Abend im Palatin statt. Oberbürgermeister Dirk Elkemann begrüßte die Gäste – auch auf Englisch – gemeinsam mit Bürgermeister Ludwig Sauer. Anlass des Besuchs ist das 60-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Wiesloch und Sturgis. Der amtierende Bürgermeister Frank Perez sowie der ehemalige Bürgermeister Ken Malone dankten in ihren Grußworten für die langjährige und verlässliche Verbundenheit zwischen beiden Städten. Dabei wurde besonders hervorgehoben, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, internationale Freundschaften aktiv zu pflegen. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit. Die Verbindung über einen Ozean hinweg erfordere kontinuierlichen Austausch und Engagement. Umso bedeutender seien persönliche Begegnungen, die Unterbringung in Gastfamilien sowie gemeinsame Aktivitäten, durch die gegenseitiges Verständnis und Perspektivwechsel ermöglicht werden. Unter dem Leitgedanken „We are all human kind – we are human, we are kind“ wurde die gelebte Freundschaft zwischen den Städten deutlich sichtbar. In sehr herzlicher Atmosphäre wurden Gastgeschenke ausgetauscht und eine Urkunde aus den USA überreicht. Der Abend war geprägt von großer Wertschätzung und zahlreichen persönlichen Begegnungen. Ein besonderer Dank gilt den Gastfamilien, dem Verein der Wieslocher Städtepartnerschaften sowie dem Team der Städtepartnerschaften um Tina König-Fehres und Carina Stillhammer der Stadtverwaltung für die Organisation dieses Besuchs. Im Rahmen des Aufenthalts wird die Delegation eine Woche in Wiesloch sowie in der Region verbringen, unter anderem mit Besuchen in Heidelberg und Speyer. Außerdem steht natürlich eine ausführliche Stadtbesichtigung Wieslochs an, sowie ein Besuch des Winzerkellers der Winzer von Baden.
Ein Blick auf die Entstehung der Städtepartnerschaft Die Ursprünge der Partnerschaft zwischen Wiesloch und Sturgis reichen in das Jahr 1966 zurück. Vom 17. bis 20. Juli 1966 gastierte der Schülerchor mit Orchester „Musical Youth International“ in Wiesloch. Eingeladen wurde das Ensemble vom Gymnasium Wiesloch. Die Organisation lag in den Händen von Studienassessor Dr. Horst Jäckel, der bereits seit mehreren Jahren in engem Kontakt mit dem Chorleiter Lester McCoy stand. Der Chor stammte aus der Region um die Universitätsstadt Ann Arbor in Michigan, zu der auch Sturgis gehört. Er war Teil des 1956 vom damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufenen „People-to-People“-Programms, das der Förderung internationaler Völkerverständigung und dem Aufbau von Freundschaften zwischen Nationen diente. Bereits im April 1966 unterbreitete Carl H. Zwinck, Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees von People-to-People in Ann Arbor, dem damaligen Wieslocher Bürgermeister Philipp Hilswicht den Vorschlag einer Partnerschaft zwischen Sturgis und Wiesloch. Anlass war die geplante Chorreise nach Deutschland. Wenige Tage vor dem Konzert beschloss der Wieslocher Gemeinderat im Juli 1966 die offizielle Städtepartnerschaft mit Sturgis. Damit war sie die erste Partnerschaft Wieslochs mit einer ausländischen Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. 1967 wurden die Partnerschaftsurkunden in deutscher und englischer Sprache feierlich unterzeichnet. Ab 1977 folgten erste Studentenaustausche, die die Verbindung weiter intensivierten. Die Bedeutung dieser Partnerschaft ist bis heute besonders hervorzuheben. Nur 21 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war eine solche Verbindung keineswegs selbstverständlich. Die Erinnerung an die Kriegsjahre war noch sehr präsent, viele Beteiligte hatten diese Zeit selbst erlebt. Umso bemerkenswerter ist es, dass engagierte Persönlichkeiten auf beiden Seiten bereit waren, die Hand der Freundschaft zu ergreifen und neue transatlantische Beziehungen aufzubauen. Besonders prägend war dabei die Freundschaft zwischen Dr. Horst Jäckel und Lester McCoy, die bereits vor der offiziellen Partnerschaft in engem Kontakt standen und den kulturellen Austausch maßgeblich vorantrieben. Gemeinsam mit weiteren Schlüsselpersonen legten sie den Grundstein für eine Städtepartnerschaft, die bis heute von lebendigem Austausch und gegenseitiger Verbundenheit geprägt ist.
Archivalie des Monats: 60 Jahre Städtepartnerschaft mit Sturgis - Mai 2026
Der Brief, der die Entscheidung brachte: Trotz fehlerhafter Adressierung und Falschschreibung des Stadtnamens erreichte diese Luftpostsendung die Wieslocher Stadtverwaltung. Das Zustandekommen der Partnerschaft Wieslochs mit Sturgis ist somit auch der Umsicht der namentlich nicht mehr zu ermittelnden Postmitarbeiter jener Zeit zu verdanken.
Vor wenigen Wochen gastierte eine Delegation der amerikanischen Stadt Sturgis in Wiesloch, vertreten durch u.a. deren neuen Bürgermeister Frank Perez sowie dessen Vorgänger Ken Malone. Wer hiervon nicht bereits durch die Presse erfuhr, dem sind beim Gang durch die Wieslocher Fußgängerzone möglicherweise die große US-amerikanische Fahne sowie das Willkommenstransparent am Balkon des alten Rathauses aufgefallen. Anlass dieses Besuches war das 60-jährige Jubiläum der Partnerschaft der 11.000-Einwohnerstadt im US-Bundesstaat Michigan mit Wiesloch. Jubiläen werden stets auch zum Anlass genommen, sich der Anfänge des jeweils zelebrierten Ereignisses zu besinnen, und wo, wenn nicht in dieser Veröffentlichungsreihe, wäre eine solche Rückschau besser platziert?
Wir richten daher den Blick auf ein Ereignis am 10. Juni 1966, das im Wieslocher Rathaus zunächst gewiss für ein wenig Stirnrunzeln und Schmunzeln gleichermaßen geführt haben mag. An diesem Tag ging dort nämlich ein auffälliges Luftpostschreiben ein, das sich schon optisch von der üblichen Eingangspost abhob. Adressiert war es an den Bürgermeister der Stadt Wiesloch, zugleich jedoch auch an einen Horst Jaeckel in der Henderstraße 11 in Wieslock (sic!). Dabei arbeitete keine Person dieses Namens bei der Stadtverwaltung und das Rathaus befand sich auch damals schon in der Marktstraße.
Zum Verständnis des Zustandekommens dieses Durcheinanders bedarf es einer Offenlegung seiner Hintergründe. Im Frühjahr 1966 lud nämlich der am Wieslocher Gymnasium tätige damalige Studienassessor Horst Jäckel den Schülerchor mit Orchester „Musical Youth International“ für ein Konzert nach Wiesloch ein. Musikalischer Direktor dieses Ensembles war ein gewisser Lester McCoy, den Jäckel bereits Jahre zuvor kennengelernt hatte und zu dem er seither freundschaftlichen Kontakt hielt. McCoy nahm die Einladung nach Wiesloch daher dankend an. Wie der Name schon erahnen lässt, war „Musical Youth International“ kein x-beliebiger Schülerchor, sondern Teil eines größeren Programmes. Dabei handelte es sich um das 1956 vom damaligen US-amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufene „People-to-People“-Programm, dessen erklärtes Ziel es war, die internationale Völkerverständigung zu verbessern sowie Zusammenarbeiten und Partnerschaften zu organisieren. Die Mitglieder des Chors kamen allesamt aus der Region um die Universitätsstadt Ann Arbor in Michigan, wozu auch die Stadt Sturgis gehört.
Das geplante Konzert in der deutschen Stadt Wiesloch machte bei den Verantwortlichen von „People-to-People“ alsbald die Runde, und so begab es sich, dass der Vorsitzende des Städtepartnerschaftskomitees des Programmes, Carl H. Zwinck, am 24. April 1966 ein an den damaligen Wieslocher Bürgermeister Philipp Hilswicht gerichtetes Schreiben aufsetzte und darin den Vorschlag unterbreitete, die Städte Sturgis und Wiesloch eine Städtepartnerschaft eingehen zu lassen, die er als in idealer Weise zusammenpassend („ideally suited“) bezeichnete. Am 2. Mai 1966 folgte ein Brief des Bürgermeisters von Sturgis D. R. Norris, in welchem er Hilswicht mitteilte, dass sein Stadtrat dem Eingehen einer Städtepartnerschaft mit Wiesloch zugestimmt habe. Wieslocherseits reagierte man auf die Partnerschaftsangebote zunächst jedoch noch verhalten. Man wollte zunächst die Einschätzung des Innenministeriums in dieser Angelegenheit einholen und hatte offenbar auch Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastungen, die eine solche Partnerschaft möglicherweise mit sich brächte. Dies veranlasste Carl H. Zwinck, am 1. Juni 1966 einen zweiten Brief aufzusetzen, der die Wieslocher Stadtverwaltung neun Tage später im oben präsentierten Umschlag erreichte. Darin betonte Zwinck in durchaus einfühlsamen Worten, dass Sturgis von Wiesloch im Falle des Eingehens einer Partnerschaft nicht zwingend regelmäßige, kostspielige Besuche erwarte, sondern dass sich der Kontakt auch auf Briefwechsel beschränken ließe. Dies beruhigte und überzeugte den Wieslocher Gemeinderat offenbar, und so stimmte er bereits am 15. Juni 1966 der Partnerschaft mit Sturgis zu und beauftragte den Bürgermeister, die hierfür erforderlichen weiteren Schritte zu unternehmen. Ein Jahr später kam es zur feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch beide Bürgermeister und Wiesloch hatte mit Sturgis von nun an seine erste Partnerstadt.
Seitens des „People-to-People“-Programmes rührte man unbeirrt die Werbetrommel für das Zustandekommen einer Partnerschaft Wieslochs mit Sturgis und versuchte, die auf Wieslocher Seite bestehenden Bedenken auszuräumen – mit Erfolg.
Das anfängliche Zögern des Wieslocher Gemeinderats mag zum Teil auch geschichtlichen Ursprungs gewesen sein. Der Zweite Weltkrieg, in dem sich Deutschland und die USA in erbitterter Feindschaft gegenübergestanden waren, lag erst 21 Jahre zurück, und viele der damaligen Entscheidungsträger hatten noch lebendige Erinnerungen an diese schlimme Zeit. Auch die darauf folgenden Jahre der amerikanischen Besatzung hallte in vielen Köpfen nach. Nicht alle empfanden die Amerikaner damals als Befreier. Doch auch im amerikanischen Volk waren die Ressentiments gegenüber Deutschland, von dessen Boden der verheerendste globale Flächenbrand des 20. Jahrhunderts mit etlichen Millionen Todesopfern losgetreten worden war, noch sehr weit verbreitet. Umso bemerkenswerter ist es aus heutiger Sicht, dass Individuen wie Horst Jäckel und Lester McCoy und Organisationen wie „People-to-People“ den ehemaligen Feinden, allen Animositäten zum Trotz, die Hand der Freundschaft anboten.
Horst Jäckel, der von 1971 bis 1989 für die SPD im Wieslocher Gemeinderat saß, sowie zahlreiche andere Akteure, intensivierten in den Folgejahrzehnten die Partnerschaft mit Sturgis und verfestigten die wechselseitigen Bande der Freundschaft – eine Freundschaft, die sich auch durch weltpolitische Krisen nicht erschüttert ließ und damit bis heute ihren unschätzbaren Wert unter Beweis stellt.
Zurück zum eingangs präsentierten Briefumschlag. Wie kam es nun also zu den Fehlern bei der Adressierung? Warum der Name Horst Jäckel dort auftaucht, dürfte mittlerweile klar sein. Jäckel und das Bürgermeisteramt wurden offensichtlich in einen Topf geworfen, deshalb wurde auch die Privatadresse Jäckels angegeben. Er wohnte damals in der Herderstraße 11 in Wiesloch, aus der durch einen Tippfehler die nicht existente Henderstraße wurde. Und warum Wiesloch am Ende mit einem K geschrieben wurde, dürfte der englischen Aussprache des Stadtnamens geschuldet sein – die Wortendungen -ch und -ck sind in dieser Sprache gleichlautend. Vermutlich wurde der Stadtname mündlich übermittelt und deshalb falsch niedergeschrieben. Dieser Fehler hielt sich bei den Amerikanern übrigens sehr hartnäckig. Noch zum 25-jährigen Jubiläum wurde die Wieslocher Delegation in Sturgis mit Schildern begrüßt, die die Aufschrift „Welcome Wieslock!“ trugen. Wer nun befürchtet, dass die Partnerschaft Wieslochs mit Sturgis auf einem großen Irrtum basiert, kann jedoch beruhigt werden: Es gibt weltweit keinen Ort namens Wieslock.