„Einmal ohne, bitte“ – Wiesloch startet Kampagne gegen Verpackungsmüll
Wer kennt es nicht: Der schnelle Snack zwischendurch, das Mittagessen zum Mitnehmen, der Einkauf beim Bäcker um die Ecke – und am Ende wandert mehr Verpackung in die Tonne, als man eigentlich wollte.
Die Stadt Wiesloch und das Klimanetz Wiesloch wollen das ändern und sind gemeinsam Botschafter der deutschlandweiten Initiative „Einmal ohne, bitte“ (www.einmalohnebitte.de). Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Wer beim Einkaufen oder beim Bestellen von Speisen zum Mitnehmen die eigene Box, die eigene Dose oder ein anderes mitgebrachtes Behältnis nutzt, spart Verpackungsmüll und schont damit Ressourcen. Ob beim Bäcker, beim Metzger, im Feinkostladen oder im Restaurant: Es gibt viele Möglichkeiten, im Alltag einen Beitrag gegen den übermäßigen Verbrauch von Einwegverpackungen zu leisten.
„Wir wollen zeigen, dass jede und jeder Einzelne mit kleinen Gesten viel bewegen kann“, erklären die Sprecherinnen des Klimanetz Wiesloch. „Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine neue Selbstverständlichkeit. Die eigene Box oder den Beutel mitzubringen, sollte genauso normal werden wie die eigene Einkaufstasche.“ Bürgerinnen und Bürger, die diesen Gedanken teilen und gerne mehr erfahren oder die Initiative aktiv unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, sich unter info@klimanetz-wiesloch.de mit dem Klimanetz in Verbindung zu setzen.
Auch die Stadt Wiesloch setzt sich mit Überzeugung für das Projekt ein. Im kommunalen Klimaschutzkonzept hat sich die Stadt mit der Maßnahme K‑3 („Zero-Waste-Kampagne“) bereits 2021 das Ziel gesetzt, zur Abfallreduktion im Stadtgebiet beizutragen und den verpackungsarmen Einkauf zu fördern. Gemeinsam mit dem Klimanetz möchte die Stadt auf die lokalen Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe zugehen, um über die Initiative „Einmal ohne, bitte“ zu informieren und zum Mitmachen anzuregen. Entschließt sich ein Betrieb zur Teilnahme, soll dieser mit dem offiziellen Sticker von „Einmal ohne, bitte“ gekennzeichnet werden, damit Bürgerinnen und Bürger mit einem Blick erkennen können, dass der Einkauf mit dem eigenen Gefäß hier möglich ist. Interessierte Betriebe können sich gerne bereits vorab mit der Stadtverwaltung unter klimaschutz@wiesloch.de in Verbindung setzen.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden allein in Deutschland im Jahr 2022 rund 28,2 Milliarden Einweg-Lebensmittelverpackungen sowie 7,9 Milliarden Einweg-Getränkebecher, die vollständig oder teilweise aus Kunststoff bestehen, verbraucht. Dies entspricht etwa 396.000 Tonnen Verpackungsmaterial, einschließlich 294.200 Tonnen Kunststoff. Verpackungsmüll ist jedoch längst nicht nur ein Umweltthema, sondern auch eine Frage der Lebensqualität in der Stadt. So machen Einwegverpackungen inzwischen einen erheblichen Anteil des Mülls im öffentlichen Raum („Littering“) aus.
Jede mitgebrachte Box und jeder vermiedene Einwegbehälter tragen dazu bei, das Abfallaufkommen und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Die Stadt Wiesloch und das Klimanetz Wiesloch laden daher alle Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe ein, die Initiative zu unterstützen – denn Nachhaltigkeit im Alltag muss kein großer Aufwand sein, sondern kann ganz einfach mit einem Satz beginnen: „Einmal ohne, bitte“.