Berliner Ägyptologen-Delegation zu Gast in Wiesloch
| © Stadt Wiesloch
Fassboden und weitere Erinnerungsstücke von Georg Schweinfurth im Fokus.
Zum 100. Todesjahr des Afrikaforschers Georg Schweinfurth widmete das Ägyptische Museum Berlin dem Forscher, der seinerzeit durch seine botanische Expertise auch die Etablierung der wissenschaftlichen Ägyptologie maßgeblich vorantrieb, 2025 eine Sonderausstellung. Auch die Stadt Wiesloch, wo die familiären Wurzeln Schweinfurths verortet sind, würdigte das Jubiläum mit einer kleinen Begleitausstellung im Foyer des Rathauses. Im November des vergangenen Jahres kam zudem ein besonderes Erinnerungsstück nach Wiesloch: ein mit persönlicher Widmung versehener Fassboden, den Schweinfurth einst dem Heidelberger Schloss geschenkt hatte, ist seither dauerhaft im Wieslocher Rathaus zu sehen.
Nun reiste eine zweiköpfige Delegation des Ägyptischen Museums Berlin, begleitet von Nachkommen des Afrikaforschers, eigens nach Wiesloch, um sich vor Ort ein Bild vom Fassboden und weiteren Schweinfurth-Objekten zu machen.
Bürgermeister Sauer empfing die Gäste in seinem Dienstzimmer und zeigte sich erfreut über das Interesse aus Berlin. Er dankte der Familie Schweinfurth für die gute Zusammenarbeit bei den gemeinsamen Bemühungen, das Andenken an den berühmten Afrikaforscher wachzuhalten. Heinrich Schweinfurth wiederum dankte im Namen seiner Familie Bürgermeister Sauer und Stadtarchivar Martin Sommer für den herzlichen Empfang sowie für ihr Engagement bei der Organisation des Transports des Fassbodens von Heidelberg nach Wiesloch und seiner dauerhaften Präsentation im Rathaus.
Bei dem Termin war zudem Dr. Michael Philipp, Kirchenältester der Petrusgemeinde, zugegen und brachte ein besonderes Schmuckstück aus den Beständen des Wieslocher Pfarrhauses mit: einen mit Widmung versehenen Silberpokal, den Schweinfurth – der zu seinen Lebzeiten ein freundschaftliches Verhältnis zum hiesigen Pfarrer Arnold pflegte – 1904 der evangelischen Kirchengemeinde Wiesloch gestiftet hatte.
Anschließend führte Stadtarchivar Martin Sommer die Gruppe im Rahmen einer kleinen Stadtführung zu weiteren Orten mit Schweinfurth-Bezug: zur 2012 aufgestellten Schweinfurth-Büste vor dem „Dörndl“ sowie zur Gedenktafel am Standort des vor Jahrzehnten abgerissenen einstigen Wohnhauses der Familie Schweinfurth in der Friedrichstraße. Zum Abschluss durfte auch ein Gang zum wohl berühmtesten Wieslocher Gebäude nicht fehlen: der Stadtapotheke. Vor dieser gab Sommer einen kurzen Einblick in die Geschichte des legendären Tankstopps von Bertha Benz. Nach einer herzlichen Verabschiedung trat die Delegation anschließend die Weiterfahrt nach Heidelberg an, um dort weiteren Spuren aus dem Leben Georg Schweinfurths nachzugehen.